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Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

3. Cap. Fortsetzung.

Möge sich denn also die Schlange nach Kräften verbergen, sich mit ihrer ganzen Klugheit in weitläufigen Verstecken winden und drehen, in der Tiefe wohnen, an unsichtbare Orte verbannt sein, in Klüften sich lang aufrollen und, sich ringelnd, nicht einmal ganz1 sich fortbewegen, das lichtscheue Getier. Bei unserer Taube deutet schon der Wohnort auf Einfalt hin, sie hält sich immer an freien, offenen Orten und am Tageslichte auf. Das Sinnbild des hl. Geistes liebt den Sonnenaufgang, der das Bild Christi ist. Für die Wahrheit gibt es keinen Schimpf als einzig und allein [S. 105] den, verborgen zu bleiben, denn es braucht sich niemand zu schämen, ihr das Ohr zu leihen und den als Gott anzuerkennen, den ihm die Natur bereits als solchen gegeben hat, den jedermann täglich aus seinen Werken wahrnimmt und den er nur insofern noch zu wenig kannte, dass er ihn nicht für den einzigen hielt, dass er für seinen Namen sich der Mehrzahl bediente und ihn in fremden Wesen anbetete. Nach Beseitigung des Schwarmes von Göttern doch wieder eine anderweitige Mehrheit lehren, das hiesse, von der angestammten Herrschaft zu einer unbekannten übergehen, von der Klarheit ins Unklare zurückfallen und gegen die Grundlagen des Glaubens verstossen.

Wenn gleich die volle Einweihung in die ganze Fabelei stattfände, würde da nicht etwas dargeboten von der Art, wie es dir in deiner Kindheit, wenn du nicht schlafen wolltest, die Amme zugerufen hat: der Gespensterturm und die Kämme des Sol?2 Wer mit einem andern Wissen vom Glauben zu Euch kommt und sofort von dieser Masse von Äonennamen, dieser Menge von Ehen, den vielen Zeugungen, Sterbefällen, Zufällen, dem Glück und Unglück der zerstreuten und zerspaltenen Gottheit zu hören bekäme, würde der noch Anstand nehmen, sofort zu sagen, hier haben wir die Fabeln und endlosen Genealogien vor uns, welchen schon damals, als diese häretischen Samen erst keimten, der Geist des Apostels zuvorgekommen ist und die er verdammt hat? Sie thuen also recht, sie, die nicht einfältigen, die bloss klugen Leute, ja ganz recht, wenn sie3 solche Dinge weder leicht vorbringen noch sie offen verteidigen, ja, auch nicht einmal alle, die sie sich heranziehen, darin vollständig unterrichten. Das ist von ihnen jedenfalls recht schlau, wenn es sich um unanständige Dinge, lieblos aber, wenn es sich um Ehrbares handelt.

Und doch wissen wir einfältigen Menschen das alles. So haben wir denn die erste Sturmkolonne zum Angriff gegen sie vorbereitet, wodurch ihre ganze Weisheit blossgelegt und aufgedeckt werden soll, und wir haben dies als ersten Sieg in Aussicht, weil schon das blosse Aufdecken dessen, was mit solchem Aufwand von Mühe verborgen gehalten wird, es zerstören heisst.

1: Sondern nur stückweise schiebt sie sich fort.
2: Über diese Popanze vermag kein Herausgeber Aufschluss zu geben. Auch scheint der Text eine Lücke zu bieten, oder nicht ganz correct zu sein, besonders das nonne.
3: Das qui vor talia streiche ich.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger