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Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

16. Cap. Sie wird durch den Soter von ihren Leidenschaften gereinigt, welche verdichtet zur Materie werden.

Statt dessen verlegt sie sich gerade wie ihre Mutter aufs Bitten. Allein Christus, der bereits müde war, aus dem Pleroma hinauszugehen, lässt seine Stelle durch den Paraklet antreten, den Soter — dies dürfte wohl derselbe mit Jesus sein, — dem der Vater die höchste Macht über alle Äonen verliehen hat, um sie alle zu unterwerfen, damit in ihm nach dem Ausspruch des Apostels alles gegründet würde.1 Diesen schickt er zu ihr hinaus mit der Dienerschaft und mit dem Geleit der gleichaltrigen Engel, man sollte vermuten, auch mit zwölf Fasces. Da zog die von seiner pomphaften Ankunft überwältigte Achamoth sofort den Schleier über sich, als erste Pflicht, die ihr die Verehrung und Hochachtung auferlegte, sodann betrachtete sie ihn und den fruchtbringenden Schmuck. Mit den Kräften, die sie hieraus schöpfte, kam sie ihm entgegen mit dem Ruf: „Sei gegrüsst, o Herr!“ Da nimmt er sie nun, meine ich, gut auf, ermutigt sie und formt ihr Erkennen, dann wischt er alle Unbilden der Leidenschaft von ihr ab, aber letztere werden nicht wieder mit der gleichen Nachlässigkeit ausgetilgt wie es beim Falle ihrer Mutter geschehen war. Er schüttet vielmehr ihre gewohnten und durch Übung erstarkten Fehler zusammen, verdichtet sie zu einer Masse, hält sie abgesondert für sich fest, bildet sie aus körperlicher Leidenschaft zur [S. 117] körperhaften Wesenheit der Materie um und gibt ihr Fähigkeit und Natur,2 alsbald zu der feindlichen Verwandtschaft der körperlichen Wesen überzugehen, so dass eine doppelte Ordnung von Wesenheiten hergestellt wird, eine, die infolge der vorangegangenen Fehler durchaus schlecht, und eine, die infolge ihrer Hinneigung leidensfähig ist. Da hätten wir nun die Materie, welche uns mit Hermogenes und denen, welche sonst noch wähnen, Gott habe aus der Materie und nicht aus nichts geschaffen, in Streit gebracht hat.

1: Kol. 1, 16.
2: Der Satz ist mit der Interpunktion von Öhler sinnlos. Indit aptabilitatem scheint das Richtige zu sein. Vergleiche den Text und die lateinische Version bei Irenaeus I. c. 4, §. 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger