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Tertullian († um 220) - Gegen die Valentinianer. (Adversus Valentinianos)

11. Cap. Erschaffung des valentinianischen Christus und hl. Geistes durch den Monogenes aus Anlass des Fehltrittes der Sophia. Ihre Funktionen.

[S. 112] Nachdem die Enthymesis also in die Verbannung geschickt und ihre Mutter, die Sophia, ihrem Ehemanne zurückgegeben ist, brütet der bekannte Monogenes, der Nus, der sonst nichts zu thun hat, gemäss der Voraussicht und Fürsorge des Vaters abermals ein neues Ehepaar aus, um alles zu sichern, das Pleroma zu schützen und zu befestigen und den abermaligen Eintritt einer solchen Erschütterung zu verhüten, Christus und den hl. Geist. Man sollte diese Ehe für etwas ganz Abscheuliches halten, weil sie zwischen zwei Mannspersonen besteht, oder sollte der hl. Geist etwa ein weibliches Wesen sein, oder fühlte sich der männliche Teil vom Weibe abgestossen? Für sie gibt es nur eine Verpflichtung1, die Äonen in Harmonie zu bringen. Von dieser gemeinsamen Aufgabe kommen dann sofort die beiden Schulen her, die beiden Lehrstühle, gewissermassen der Anfang zur Spaltung in der Valentinianischen Lehre.

Aufgabe des Christus war es, die Äonen mit dem Wesen ihrer Ehen — man sieht was für eine wichtige Sache, — sodann mit dem Begriff des Ungewordenen bekannt zu machen und sie instand zu setzen, eine Erkenntnis des Vaters in sich zu erzeugen, doch so, dass man ihn nicht fassen und ergreifen könne, und sich nicht durch das Gesicht oder Gehör in seinen Besitz setzen dürfe, sondern nur mittels des Monogenes. Ich will es hingehen lassen, dass sie dies für das Erkennen des Vaters ausgeben, auch wir können das nicht besser.2 Tadeln muss ich aber die Verkehrtheit der Lehre, dass man ihnen beibrachte, das Unbegreifliche am Vater sei die Ursache ihrer eigenen, beständigen Fortdauer, das Begreifliche an ihm aber der Grund ihrer Erzeugung und ihres Entstehens. Denn dadurch, meine ich, wird nahegelegt, es sei besser, Gott nicht zu erfassen. Das Unerfassliche an ihm ist ja die Ursache der Fortdauer, das Erfassliche aber nicht Ursache der Fortdauer, sondern nur Ursache der Erzeugung, des Entstehens der Wesen, die der Fortdauer bedürftig sind. Das Erfassliche am Vater aber lassen sie den Sohn sein. Wie er erfasst werde, darüber hat der danach hervorgegangene Christus Belehrung gegeben. Des heiligen Geistes eigentliche Aufgabe hingegen soll sein, dass alle in bezug auf das Streben nach Belehrung gleichgestellt und in stand gesetzt werden, der Danksagung obzuliegen und zur wahren Ruhe einzugehen.

1: Ich bleibe bei der Lesart nomen.
2: Ich folge der Lesart nec (nicht ne) und denke bei nos an die Christen, die nicht Valentinianer sind, nos et illud magis Denotabo ...

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger