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Tertullian († um 220) - Über die Auferstehung des Fleisches. (De resurrectione carnis)

39. Cap. Übergang zu den Beweisstellen für die Auferstehung aus den Briefen des Apostels Paulus.

[S. 470] Auch die apostolischen Urkunden bezeugen die Auferstehung. Denn auch die Apostel hatten keine andere Aufgabe, als die Siegel des alten Testamentes zu erbrechen und die des neuen anzulegen, oder vielmehr das Testament Gottes in Christo kund zu machen. So haben sie denn auch in betreff der Auferstehung nichts neues gebracht, sondern dieselbe nur zur Verherrlichung Christi verkündet, da sie im übrigen in einfachem und allgemeinem Glauben bereits angenommen war, ohne allen Streit über die Art und Weise. Einzig die Sadduzäer widersprachen. Es wäre also leichter gewesen, die Auferstehung überhaupt zu leugnen, als sie anders aufzufassen.

Nimm Paulus, der vor den Hohenpriestern in Anwesenheit des Tribuns mitten unter den Sadduzäern und Pharisäern seinen Glauben bekennt. „Männer,“ sagt er, „Brüder, ich bin Pharisäer, Sohn von Pharisäern, und werde jetzt wegen der Hoffnung und der Auferstehung bei Euch vor Gericht gestellt,“1 natürlich wegen der allgemeinen Auferstehung. Er sagte dies, um nicht, weil er bereits als Übertreter des Gesetzes erschien, in einem Hauptstücke der gesamten Glaubenslehre, d. h. in der Auferstehung, für einen Gesinnungsverwandten der Sadduzäer gehalten zu werden. Da er also den Glauben an die Auferstehung zu bekämpfen nicht den Anschein haben wollte, so hat er ihn damit jedenfalls bekräftigt im Sinne der Pharisäer, und deren Leugner, die Sadduzäer, desavouiert. Auch vor Agrippa sagte er aus, dass er nichts anderes vorgebracht habe, als was die Propheten verkündigt hatten. Also hielt er die Auferstehung in dem Sinne aufrecht, wie die Propheten sie angekündigt hatten. Denn wenn er erwähnt, auch bei Moses stehe etwas über die Auferstehung der Toten geschrieben, so wusste er recht gut, dass es eine körperliche sei, bei der das Blut des Menschen zurückgefordert werden sollte. Er predigte mithin eine Auferstehung, wie sie die Pharisäer annahmen und der Herr selbst sie gepredigt hatte, während die Sadduzäer, um nicht eine Auferstehung von derselben Beschaffenheit glauben zu müssen, sie lieber gänzlich leugneten.

Darum haben sie ihn auch ausgelacht. Sie würden ihn aber nicht ausgelacht haben, wenn sie nur eine Wiederherstellung der Seele allein aus seinem Munde vernommen hätten. Denn darin wären sie einer landläufigen Annahme ihrer eigenen einheimischen Philosophie begegnet. Da aber die Heiden bei der Ankündigung einer bisher unerhörten Art der Auferstehung eben durch deren Neuheit frappiert wurden und ihre sehr erklärliche Ungeneigtheit, eine so wichtige Sache zu glauben, dem gläubigen Sinne zu schaffen machte, da war der Apostel auch darauf bedacht, überall in seinen Schriften den Glauben an diese Hoffnung zu stärken, [S. 471] und zeigte, dass sie stattfinde, dass sie noch nicht vor sich gegangen, und dass sie, wonach noch begieriger geforscht wurde, eine Auferstehung des Körpers sei, und zwar, was auch noch bezweifelt wurde, nicht eine Auferstehung in einem andern Körper.

1: Apostelgesch. 23, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger