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Tertullian († um 220) - Über die Auferstehung des Fleisches. (De resurrectione carnis)

25. Cap. Fortsetzung.

Auch in der Apokalypse des Johannes wird der Verlauf der Zeiten entrollt, den auch „die Seelen der Martyrer unter dem Altare“, welche um Rache und Gericht rufen,1 abwarten gelernt haben, damit erst der Erdkreis „aus den Schalen der Engel“2 seine Plagen austrinke, die Stadt der Unzucht durch die zehn Könige ihr verdientes Ende finde 3 und das Tier, der Antichrist und sein Pseudoprophet, mit der Kirche Gottes den Kampf beginne, damit so, nachdem der Teufel inzwischen in den Abgrund verwiesen ist, die Auszeichnung der ersten Auferstehung von den Thronen aus geordnet und sodann den ins Feuer Geworfenen das Urteil der allgemeinen Auferstehung aus den Büchern gesprochen werde.4 Da also die hl. Schrift auch die Zustände der letzten Zeiten bekannt gibt und die gesamte Frucht der christlichen Hoffnung auf den Ausgang der Zeiten ansetzt, so leuchtet ein, dass entweder alles, was auch immer von Gott versprochen ist, in jener Zeit erfüllt werde — und dann ist das, was hier von den Häretikern behauptet wird, gegenstandslos — oder aber dass, wenn die Erkenntnis der Heilsgeheimnisse auch eine Auferstehung ist, unbeschadet dieser letztern auch noch an jene Auferstehung geglaubt werde, welche von der Predigt des Heiles auf das Weltende angesetzt wird. Und gerade darum, weil jene für geistig angesehen wird, folgt, dass diese für eine leibliche gehalten werden muss, weil, wenn für jenen Zeitpunkt gar keine Auferstehung angekündigt wäre, mit Recht diese allein und bloss als eine geistige aufrecht erhalten würde. Da sie aber für die letzten Zeiten angesagt wird, so ist sie für eine leibliche anzusehen, weil für jenen Zeitpunkt eine geistige nicht angekündigt ist. Warum sollte wohl eine abermalige Auferstehung von derselben Beschaffenheit, nämlich eine geistige, angekündigt [S. 453] werden, da dieselbe ja entweder jetzt abgemacht werden müsste ohne Unterschied der Zeit, oder erst beim allgemeinen Abschluss der Zeiten? Und so käme es mit viel mehr Recht uns zu, eine geistige Auferstehung zu behaupten, nämlich von der Annahme des Glaubens an, da wir die vollständige Auferstehung, nämlich die am Ende der Zeiten, ebenfalls anerkennen.

1: Apok. 6, 9. 10.
2: Ebend. 15, 7.
3: Ebend. 17, 16; 19, 19.
4: Ebend. 20, 3. 9. 12.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger