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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
123. Vortrag

2.

„Und Jesus kam und nahm das Brot und gab es ihnen, desgleichen auch den Fisch.“ Siehe, es ist auch gesagt, was sie aßen. Von diesem Mahle wollen auch wir etwas Angenehmes und Heilsames sagen, wenn er [S. 1160] auch uns speist. Vorher ist erzählt, daß diese Jünger, als sie ans Land stiegen, „Kohlen hingelegt sahen und einen Fisch darauf, und Brot“. Hier ist nicht zu verstehen, auch Brot sei über die Kohle gelegt gewesen, sondern es ist nur dazuzudenken: sie sahen. Wenn wir dieses Wort da wiederholen, wo es mitzudenken ist, so kann das Ganze so gegeben werden: Sie sahen Kohlen hingelegt und einen Fisch darauf, und sahen Brot. Oder vielmehr so: Sie sahen Kohlen hingelegt und einen Fisch darauf, sie sahen auch Brot. Auf Befehl des Herrn brachten sie auch von den Fischen, die sie gefangen hatten. Obwohl vom Berichterstatter nicht ausdrücklich gesagt wird, daß sie das getan haben, so ist doch nicht verschwiegen, daß es der Herr befohlen hat. Denn er sagt: „Bringet von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt“1. Und gewiß, wenn er es befahl, wer möchte glauben, daß sie es nicht getan haben? Davon also bereitete der Herr jenen sieben Jüngern ein Mahl, von dem Fische nämlich, den sie auf den Kohlen liegend gesehen hatten, indem er dazu noch von jenen tat, welche sie gefangen hatten, und von dem Brote, das sie gemäß dem Berichte gleichfalls gesehen hatten. Der gebratene Fisch ist der leidende Christus2. Er ist auch das Brot, das vom Himmel herabgestiegen ist3. Ihm wird die Kirche einverleibt, damit sie an der ewigen Seligkeit teilnehme. Darum heißt es: „Bringet von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt“, damit wir alle, die wir diese Hoffnung tragen, wüßten, daß wir durch jene Siebenzahl von Jüngern, worunter an dieser Stelle unsere Gesamtheit gesinnbildet wird, an einem so großen Geheimnis teilhaben und Genossen derselben Seligkeit sind. Dies ist das Mahl des Herrn mit seinen Jüngern, bei welchem Johannes sein Evangelium, obwohl er von Christus noch vieles zu sagen hatte, mit einer großen und, wie ich glaube, große Dinge in sich fassenden Betrachtung zum Abschluß bringt. Hier nämlich wird die Kirche, wie sie einst nur in den Guten sein wird, gesinnbildet durch den Fang von hundertdreiundfünfzig [S. 1161] Fischen, und denen, die dies glauben, hoffen, lieben, die Teilnahme an der ewigen Seligkeit durch dieses Mahl gezeigt.

1: Joh. 21, 9 f.
2: Piscis assus Christus est passus.
3: Joh. 6, 41.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger