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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
111. Vortrag

6.

[Forts. v. [S. 1088] ] „Und ich habe ihnen“, sagt er, „Deinen Namen kundgemacht und werde ihn kundmachen.“ Kundgemacht habe ich ihn im Glauben, kundmachen werde ich ihn in der Anschauung; kundgemacht habe ich ihn den eine Zeitlang Pilgernden, kundmachen werde ich ihn den ohne Ende Herrschenden. „Damit die Liebe“, sagt er, „die (= mit der) Du mich geliebt hast, in ihnen sei, und ich in ihnen.“ Es ist das keine gebräuchliche Redewendung: Dilectio quam dilexisti me1; für gewöhnlich nämlich würde man sagen: Delectio qua dilexisti me. Sie ist zwar vom Griechischen übertragen, aber es gibt ähnliche auch im Lateinischen2. Wie aber ist die Liebe, mit welcher der Vater den Sohn geliebt hat, auch in uns, als eben deshalb, weil wir seine Glieder sind und in ihm geliebt werden, indem er selbst als der ganze geliebt wird, d. h. Haupt und Leib? Darum fügte er bei: „Und ich in ihnen“, als würde er sagen: Weil ich auch in ihnen bin. Anders nämlich ist er in uns als in seinem Tempel, anders aber, weil auch wir er sind, da wir sein Leib sind, sofern er, um unser Haupt sein zu können, Mensch geworden ist. ― Zu Ende ist das Gebet des Heilands, es beginnt das Leiden; darum soll auch diese Rede zu Ende gehen, damit, soweit der Herr es gibt, über das Leiden in anderen Reden gehandelt werde.

1: Im Texte folgt dann noch wie vorher: in ipsis sit, et ego in ipsis.
2: Augustin führt folgende Beispiele an: Fidelem servitutem servivit, strenuam militiam militavit, wofür man erwarten möchte: Fideli servitute servivit, strenua militia militavit. Auch 2 Tim. 4, 7 wird von ihm angeführt: Bonum certamen certavi, wo man für gewöhnlich und wohl auch richtiger sagen würde: bono certamine certavi.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger