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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
XIII. Kapitel

57.

1. Daher gab Gott in seiner großen Barmherzigkeit denen, die auch, nachdem sie gläubig geworden waren, noch in eine Sünde verfielen, noch die Möglichkeit einer zweiten Buße, damit jemand, der nach der Berufung durch Gewalt oder durch List verführt werden sollte, noch eine Möglichkeit einer "Reue, die man nie bereuen kann"1 erlange.2

2. "Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die volle Erkenntnis der Wahrheit erlangt haben, so bleibt uns kein Opfer für Sünden mehr übrig, sondern wir haben ein schreckliches Gericht und brennendes Feuer zu erwarten, das die Widersacher verzehren soll."3

3. Das fortgesetzte und schnell aufeinanderfolgende Bereuen der Sünden unterscheidet sich von dem Verhalten derer, die überhaupt nicht zum Glauben gekommen sind, durch nichts als dadurch, daß man sich dabei des Sündigens bewußt ist. Und ich weiß nicht, was von beiden schlimmer ist, mit vollem Bewußtsein zu sündigen oder, nachdem man seine Fehler bereut hat, sich wieder zu verfehlen.

4. Denn in beiden Fällen wird die Sünde dadurch, daß sie als solche überführt wird, offenbar, das eine Mal, indem sie von dem Täter der Sünde sofort nach der Ausführung verurteilt wird, das andere Mal, indem er etwas beginnt, obwohl er im voraus weiß, daß das, was er tun will, etwas Schlechtes ist. Und der eine frönt vielleicht seiner Leidenschaft und seiner Lust, obwohl er recht wohl weiß, wem er frönt; der andere aber, der Reue über das empfindet, dem er nachgegeben hatte, und dann doch wieder zur Lust zurückkehrt, macht sich dem ähnlich, der von vorneherein mit Willen sündigt; denn wenn einer das wieder tut, was er bereut hatte, obwohl er das verurteilt hatte, was er tut, vollbringt er dies mit Willen.

1: Vgl. 2 Kor 7,10.
2: Zu 55 Schluß bis 57,1 vgl. Hermas, Mand. IV 3,1-6.
3: Hebr 10,26 f.(Jes 26,11).

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger