Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium) 106. Vortrag
7. Wie aber der Vater dem Sohne die Worte gegeben habe, mit welchen Worten wird das ein Mensch erklären können? Leichter allerdings scheint die Frage, wenn man annimmt, er habe, sofern er Menschensohn ist, jene Worte vom Vater empfangen. Freilich "wer wird erzählen", wann und wie auch der aus der Jungfrau Geborene sie gelernt hat, da wir auch fragen müssen: "Wer wird" eben diese aus der Jungfrau geschenhene "Erzeugung erzählen"? Wenn man aber annimmt, er habe, sofern er vom Vater erzeugt und dem Vater gleichewig ist, diese Worte vom Vater empfangen, so darf man da an keine Zeit denken, als ob er zuerst gewesen sei, ohne sie zu haben, und empfangen habe, um zu haben, was er nicht hatte; denn alles, was Gott der Vater Gott dem Sohne gegeben, das hat er ihm durch die Zeugung gegeben. So nämlich hat der Vater dem Sohne das gegeben, ohne was der Sohn nicht sein könnte, wie er ihm gegeben hat, daß er sei. Denn wie anders sollte er gewisse Worte dem "Worte" geben, in welchem, er auf unaussprechliche Weise alles gesprochen hat? Doch das Folgende ist in einer anderen Rede zu erwarten.
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