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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
105. Vortrag

7.

[S. 1044] Allein zu dieser Meinung, die, wie ich wohl sehe, mit der Wahrheit durchaus nicht übereinstimmt, zwingt uns nichts, wenn wir nur bei den Worten des Sohnes: „Und jetzt verherrliche mich Du, Vater, bei Dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich bei Dir hatte, ehe die Welt war“, an die Vorherbestimmung der Verklärung der menschlichen Natur in ihm denken, die, vorher sterblich, als eine unsterbliche beim Vater sein sollte, und es sei, ehe die Welt war, in der Vorherbestimmung das schon geschehen gewesen, was seinerzeit auch in der Welt geschehen sollte. Denn wenn der Apostel von uns gesagt hat: „Wie er uns in ihm erwählt hat vor Grundlegung der Welt“1, warum sollte es dann der Wahrheit entgegen sein, daß der Vater unser Haupt damals verherrlichte, da er uns in ihm erwählte, damit wir seine Glieder wären? Denn so sind wir erwählt, wie er verherrlicht, weil, ehe die Welt war, weder wir waren noch auch selbst der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus2. Aber der, welcher durch ihn als sein Wort auch „was sein wird, gemacht hat“ und „das Nichtseiende ruft, wie das was ist“3, Gott der Vater, hat ihn in der Tat, sofern er Mensch ist als Mittler zwischen Gott und den Menschen, vor Grundlegung der Welt für uns verherrlicht, wenn er damals auch uns in ihm erwählt hat. Denn was sagt der Apostel? „Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht, denen, welche gemäß dem Ratschluß berufen sind. Denn die er vorherwußte, die hat er auch vorherbestimmt, gleichförmig zu werden dem Bilde seines Sohnes, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern; die er aber vorherbestimmte, die hat er auch berufen“4.

1: Eph. 1, 4.
2: 1 Tim. 2, 5.
3: Röm. 4, 17.
4: Röm. 8, 28―30.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger