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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
105. Vortrag

4.

Aber zuerst wird hienieden Gott verherrlicht, indem er durch die Verkündigung den Menschen bekannt wird und durch den Glauben der Glaubenden gepriesen wird. Darum sagt er: „Ich habe Dich verherrlicht auf Erden, ich habe das Werk vollbracht, das Du mir gegeben hast, daß ich es tue“. Er sagt nicht: befohlen, sondern: „gegeben hast“, worin deutlich die Gnade [S. 1041] hervorgehoben wird. Denn was hat die menschliche Natur auch im eingeborenen Sohne, das sie nicht empfangen hat? Oder hat sie nicht empfangen, daß sie nichts Böses, sondern lauter Gutes tun sollte, da sie in die Einheit der Person aufgenommen wurde vom Worte, durch welches alles gemacht worden ist? Aber wie hat er das Werk vollbracht, dessen Vollbringung ihm übergeben wurde, da er ja noch das Leiden erfahren sollte, worin er ganz besonders den Märtyrern ein Beispiel zur Nachfolge gab, weshalb der Apostel Petrus sagt: „Christus hat für uns gelitten und uns ein Beispiel hinterlassen, damit wir seinen Fußtapfen nachfolgen“1, außer weil er vollbracht zu haben versichert, wovon er weiß, daß er es ganz gewiß vollbringen wird? So hat er lange vorher in der Prophetie Worte der vergangenen Zeit gebraucht, da doch erst nach sehr vielen Jahren eintreten sollte, was er verkündete: „Sie haben“, sagt er, „meine Hände und Füße durchbohrt, alle meine Gebeine gezählt“2; er sagt nicht: Sie werden durchbohren und zählen. Und in eben diesem Evangelium sagt er: „Alles, was ich von meinem Vater gehört, habe ich euch kundgetan“3, obwohl er später zu ihnen sagt: „Ich habe euch noch vieles zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen“4. Denn der durch sichere und unveränderliche Ursachen alles Zukünftige vorherbestimmte, hat, was immer er tun wird, bereits getan. Denn auch beim Propheten heißt es von ihm: „Der gemacht hat, was sein wird“5.

1: 1 Petr. 2, 21.
2: Ps. 21, 17 f. [hebr. Ps. 22, 17].
3: Joh. 15, 15.
4: Joh. 16, 12.
5: Is. 45, 11; nach Sept.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger