Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium) 100. Vortrag
3 , soll, wenn der Herr will, dort einer sorgfältigen Betrachtung unterzogen werden, wo der Eingeborene zum Vater sagt: "Und alles Meinige ist Dein, und das Deinige ist mein"2 , damit diese Rede ihr Ende finde, weil das Folgende zu seiner Erklärung eine andere Rede fordert.
1: weil ja nicht in gleichem Sinne, wie zu jenem nicht eingeborenen, sondern älteren von zwei Söhnen gesagt wurde: "Du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist dein"Lk 15,31 2: Joh 17,10 3: >4. Was er aber weiter sagt: "Er wird von dem Meinigen empfangen und es euch verkünden", vernehmet mit katholischen Ohren, besonders mit katholischer Gesinnung. Denn nicht ist darum, wie einige Häretiker meinten, der Heilige Geist geringer als der Sohn, gleich als empfinge der Sohn vom Vater und der Heilige Geist vom Sohne nach gewissen Unterschieden der Naturen. Es sei ferne dies zu glauben; es sei ferne dies zu sagen; es sei ferne von katholischen Herzen, so zu denken. Schließlich hat er sofort selbst die Frage gelöst und den Sinn seiner Äußerung erklärt. "Alles", sagt er, "was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird von dem Meinigen empfangen und es euch verkünden". Was wollt ihr mehr? Also der Heilige Geist empfängt vom Vater, von dem auch der Sohn empfängt, weil in dieser Trinität der Sohn vom Vater geboren ist, der Heilige Geist vom Vater ausgeht. Wer aber von keinem geboren ist, von keinem ausgeht, das ist der Vater allein. In welchem Sinne aber der eingeborene Sohn gesagt hat: "Alles, was der Vater hat, ist mein"1
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