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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
99. Vortrag

3.

Zuerst also müßt ihr wissen und verstehen, die ihr könnt, glauben aber, die ihr noch nicht verstehen könnt, daß in der göttlichen Substanz nicht in Weise einer Körpermasse an besonderen Stellen die Sinne verteilt sind, wie im sterblichen Fleische aller lebenden Wesen anderswo das Gesicht, anderswo das Gehör, anderswo der Geschmack, anderswo der Geruch, überall aber der Tastsinn ist. Es sei ferne, dies bei jener unkörperlichen und unveränderlichen Natur anzunehmen. Hören also und sehen ist dort dasselbe. Man spricht bei Gott auch von einem Geruch, indem der Apostel sagt: „Wie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns dahingegeben hat als Gabe und Opfer Gott zum lieblichen Wohlgeruche“1. Auch als Geschmack kann er aufgefaßt werden, wonach Gott sowohl die Menschen, welche verbittern, haßt, als auch nicht zwar die Kalten und Warmen, aber die Lauen ausspeit aus seinem Munde2, und Christus, unser Gott, sagt: „Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat“3. Es ist auch ein göttlicher Tastsinn, worüber die Braut vom Bräutigam sagt: „Seine Linke ist unter [S. 1004] meinem Haupte, und seine Rechte umfaßt mich“4. Diese Dinge sind in Gott nicht an verschiedenen Stellen des Körpers. Denn wenn von ihm das Wissen ausgesagt wird, so ist darin alles: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten, und zwar ohne Veränderung seiner Substanz, ohne eine körperliche Masse, die in dem einen Teile größer wäre, im andern kleiner; auch in Greisen wird mit kindlichem Herzen gedacht, wenn Gott so gedacht wird.

1: Eph. 5, 2.
2: Apok. 3, 16.
3: Joh. 4. 34.
4: Hohesl. 2, 6.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger