Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium) 87. Vortrag
3. Aber die Welt, welche Gott in Christus mit sich versöhnt und die durch Christus selig gemacht wird und der durch Christus jede Sünde nachgelassen wird, ist erwählt aus der verfeindeten, verdammten, begleckten Welt. Aus jener Masse nämlich, die in Adam ganz zugrunde ging, werden die Gefäße der Barmherzigkeit gebildet, in welchen die zur Versöhnung gehörende Welt ist, welche von jener Welt gehaßt wird, die aus derselben Masse zu den Gefäßen des Zornes gehört, die bereitet sind zum Verderben1 . Schließlich, nachdem er gesagt hatte: "Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihrige lieben", fügte er sogleich bei: "Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch von der Welt auserwählt habe, deshalb haßt euch die Welt". Sie waren also auch von ihr, und damit sie nicht mehr von ihr wären, sind sie aus ihr ausgeschieden worden, nicht durch ihre Verdienste, da von ihnen keine guten Werke vorausgegangen waren; nicht durch die Natur, die durch den freien Willen in der Wurzel selbst gänzlich verschlechtert worden war, sondern durch die verdiente, d.i. wahre Gnade. Denn der die Welt von der Welt erwählte, machte, was er erwählte, nicht fand er es; denn "die Überreste sind durch die Gnadenwahl selig gemacht worden; wenn aber aus Gnade", sagt er, "dann nicht mehr aus Werken; sonst ist die Gnade nicht mehr Gnade"2
1: Röm 9,21-23 2: Röm 11,5 f.
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