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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
87. Vortrag

2.

Um dieser Liebe willen aber sollen wir geduldig auch den Haß der Welt ertragen. Sie muß uns ja hassen, da sie sieht, daß wir nicht wollen, was sie liebt. Aber der Herr tröstet uns gar sehr mit sich selbst, indem er nach den Worten: „Dies gebiete ich euch, daß ihr einander liebet“, hinzufügte und sprach: „Wenn die Welt euch haßt, wisset, daß sie mich vor euch gehaßt hat“. Warum erhebt sich also das Glied über das Haupt? Du weigerst dich, im Leibe zu sein, wenn du nicht den Haß [S. 935] der Welt ertragen willst mit dem Haupte. „Wenn ihr von der Welt wäret“, sagt er, „würde die Welt das Ihrige lieben“. Dies sagt er schlechterdings der gesamten Kirche, die er sehr häufig auch mit dem Namen Welt bezeichnet, wie an jener Stelle: „Gott war in Christus, die Welt mit sich versöhnend“1. Desgleichen: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn selig werde“2. Und in seinem Briefe sagt Johannes: „Wir haben einen Anwalt bei dem Vater, Jesus Christus den Gerechten, und er ist der Versöhner unserer Sünden, nicht nur aber der unserigen, sondern auch der ganzen Welt“3. Die ganze Welt also ist die Kirche, und die ganze Welt haßt die Kirche. Die Welt haßt demnach die Welt, die verfeindete die versöhnte, die verdammte die beseligte, die befleckte die gereinigte.

1: 2 Kor. 5, 19.
2: Joh. 3, 17.
3: 1 Joh. 2, 1 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger