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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
XI. Kapitel

51.

1. Man muß sich nun, um es kurz zu sagen, über alles andere erheben und beim Geist stehenbleiben, wie wir auch in der Welt schnell über die neun Teile hinweggehen müssen, um hinweg über den ersten, aus den vier Elementen bestehenden Teil, die wegen der allen gleichen Veränderlichkeit an einem einzigen Platz zusammengefaßt werden, dann über die sieben Planeten und an der neunten Stelle über den nicht wandelnden Teil (den Fixsternhimmel) zu der vollkommenen, über die neun erhabenen Zahl, zu dem zehnten Teil, nämlich zur Erkenntnis Gottes zu kommen, indem wir kurz gesagt nach der Schöpfung den Schöpfer ersehnen.

2. Deswegen wurden die Zehnten des Epha1 und der Opfer Gott dargebracht2 und das Passahfest begann mit dem zehnten Tage3 da es das Hinausschreiten über jede Gemütsbewegung und über alles [S. 189] sinnlich Wahrnehmbare bedeutete.4

3. Der Gnostiker bleibt nun unerschütterlich fest auf dem Glauben stehen; der sich weise Dünkende dagegen hält sich absichtlich nicht an die Wahrheit, sondern läßt sich von unstäten und unbeständigen Trieben leiten.5

4. Daher ist mit Recht geschrieben: "Kain ging vom Angesichte Gottes fort und nahm seine Wohnung im Lande Naid gegenüber Edem."6 Das Wort Naid wird aber mit "Schwanken", das Wort Edem mit "Wonne" übersetzt.7

5. Glaube aber und Erkenntnis und Friede ist die Wonne, aus der der Ungehorsame ausgestoßen wird. Der sich weise Dünkende will aber von vornherein nicht auf die göttlichen Gebote hören, sondern als einer, der durch sich selbst gelehrt zu sein glaubt, wirft er das Joch ab und stürzt sich aus freien Stücken in die schwankenden Wogen, indem er aus der Kenntnis des Unerzeugten zu dem Sterblichen und Gezeugten hinabsteigt und bald diese, bald jene Meinungen hat.8

6. "Leute, deren Schiff keinen Steuermann hat, fallen wie Blätter."9 Das Denken und die leitende Vernunft, die unwandelbar bleibt und der Seele den richtigen Weg weist, wird ihr Steuermann genannt. Denn in der Tat hat nur das Unwandelbare den Zugang zum Unwandelbaren.10

1: Vgl. Ex 29,40.
2: Vgl. Lev 6,20.
3: Vgl. Ex 12,3.
4: Zu 51,1.2 Vgl. Philon, De congr. erud. gr. 102-106.
5: Vgl. Philon, De post. Caini 22.
6: Gen 4,16.
7: Vgl. Philon, De post. Caini 22.32; De cherub. 12.
8: Vgl. Philon, De post. Caini 25.
9: Spr 11,4.
10: Vgl. Philon a.a.O. 27 (hier auch die folgenden Zitate aus Gen und Dtn).

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger