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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
76. Vortrag

2.

„Jesus antwortete und sprach: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer mich nicht liebt, hält meine Gebote nicht“. Siehe, der Grund ist nun dargelegt, warum er sich den Seinigen offenbaren will, nicht den Fremden, die er mit dem Namen „Welt“ bezeichnet und der Grund ist der, daß diese lieben, jene nicht lieben. Das ist die Sache, von der der heilige Psalm spricht: „Richte mich, o Gott, und scheide meine Sache von dem [S. 889] unheiligen Volke“1. Denn die lieben, werden, weil sie lieben, auserwählt; die aber nicht lieben, werden, auch wenn sie in den Sprachen der Menschen und Engel reden, tönendes Erz und eine klingende Schelle; und wenn sie auch die Prophetie haben und alle Geheimnisse wissen und alle Wissenschaft und allen Glauben, so daß sie Berge versetzen, sie sind nichts; und wenn sie auch all ihr Vermögen austeilen und ihren Leib zum Verbrennen hergeben, es nützt ihnen nichts2. Die Liebe scheidet die Heiligen von der Welt, sie, welche einmütig im Hause wohnen macht3. In diesem Hause nimmt der Vater und der Sohn Wohnung, die auch die Liebe selbst ihnen schenken, um ihnen am Ende ihre Offenbarung zuteil werden zu lassen, derentwegen der Jünger den Meister befragte, damit nicht bloß jene, die es damals aus seinem eigenen Munde vernahmen, sondern auch wir aus seinem Evangelium es wissen könnten. Denn er hatte über die Offenbarung Christi gefragt und vernahm einiges über die Liebe und die Einwohnung. Es ist also eine gewisse innere Offenbarung Gottes, welche die Gottlosen ganz und gar nicht kennen, da sie an der Offenbarung des Vaters und des Heiligen Geistes keinen Anteil haben; die des Sohnes aber konnten sie haben, aber nur die im Fleische, welche weder von der Art ist wie jene noch auch immer bei ihnen bleiben kann, wie beschaffen sie auch immer sein mag, sondern nur auf kurze Zeit, und zwar zum Gerichte, nicht zur Freude, zur Strafe, nicht zum Lohne.

1: Ps. 42, 1 [hebr. Ps. 43, 1].
2: 1 Kor. 13, 1―3.
3: Ps. 67, 7 [hebr. Ps. 68, 7].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger