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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
73. Vortrag

3.

Wache also auf, o gläubiger Mensch, und höre wachsam, wie es dort heißt: „In meinem Namen“, nämlich „um was immer“; er sagt nicht, wie immer ihr bitten werdet, sondern: „In meinem Namen“. Der also eine so große Wohltat versprach, wie heißt er? Christus Jesus; Christus bedeutet König, Jesus Heiland; gewiß wird uns nicht irgendein König selig machen, sondern der König, der zugleich Heiland ist; und daher kommt es, daß wir, um was immer wir gegen den Nutzen des Heiles bitten, nicht im Namen des Heilands bitten. Und doch ist er der Heiland, nicht bloß, wenn er tut, um was wir bitten, sondern auch, wenn er es nicht tut; denn wenn er sieht, daß man um etwas bittet gegen das Heil, dann erweist er sich durch Nichterfüllung vielmehr als Heiland. Der Arzt weiß ja, was der Kranke für sein Wohl, was er gegen sein Wohl verlangt, und darum tut er den Willen desjenigen, der Gesundheitswidriges verlangt, nicht, um die Gesundheit herzustellen. Wenn wir darum wollen, daß er tue, um was immer wir ihn bitten, so laßt uns nicht wie immer, sondern in seinem Namen bitten, d. h. im Namen des Heilands laßt uns bitten. Also nicht gegen unser Heil laßt uns bitten, was er, wenn er es dennoch tut, nicht als Heiland tut, was sein Name ist für seine Gläubigen. Er ist nämlich für die Gottlosen auch ein Verdammer, er, der sich würdigt, für die Gläubigen ein Heiland zu sein. Um was immer also der an ihn Glaubende in dem Namen bittet, der für die ist, die an ihn glauben, das tut er; denn dies tut er als Heiland. Wenn aber einer, der an ihn glaubt, aus Unwissenheit gegen sein Heil bittet, so bittet er nicht im Namen des Heilands, weil er sein Heiland nicht [S. 877] sein wird, wenn er das tut, was sein Heil hindert. Darum ist es alsdann vielmehr zuträglich, daß er durch Nichterfüllung dessen, um was er angerufen wird, tue, was sein Name sagt. Daher hat er, der nicht bloß der Heiland, sondern auch der gute Lehrer ist, auf daß er tue, um was wir bitten, in dem uns gegebenen Gebete gelehrt, um was wir bitten sollen, damit wir auch daraus erkennen sollen, daß wir um das nicht im Namen des Lehrers bitten, um was wir bitten gegen seine Lehrvorschrift.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger