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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
63. Vortrag

3.

Nach den Worten aber: "Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht", fügte er bei: "Und Gott ist in ihm verherrlicht". Denn das ist die Verherrlichung des Menschensohnes, daß Gott in ihm verherrlicht wird. Denn wenn er nicht in sich selbst, sondern Gott in ihm verherrlicht wird, dann verherrlicht ihn Gott in sich. Zuletzt dies gleichsam erklärend, fügt er bei und sagt: "Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird ihn Gott auch verherrlichen in sich selbst". Das will sagen: "Wenn Gott in ihm verherrlicht ist" weil er ja nicht kam, um seinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der ihn gesandt hat "wird Gott ihn auch verherrlichen in sich selbst", damit die menschliche Natur, in welcher er der Menschensohn ist und die vom ewigen Worte angenommen wurde, gleichfalls mit unsterblicher Ewigkeit beschenkt werde. "Und er wird ihn", sagt er, "alsbald verherrlichen." Er sagte nämlich damit seine Auferstehung, die nicht wie die unsrige am Ende der Welt, sondern demnächst eintreten sollte, vorher. Denn das ist die Verherrlichung, von welcher der Evangelist schon gesagt hatte, was ich weiter oben erwähnt habe, daß nämlich deshalb der Heilige Geist noch nicht auf jene neue Weise denen gegeben war, welchen er auf solche Weise auf ihren Glauben hin nach der Auferstehung gegeben werden sollte, weil Jesus noch nicht verherrlicht war, d.h. weil noch nicht die Sterblichkeit mit der Unsterblichkeit umkleidet und die zeitweilige Schwäche in die ewige Kraft umgewandelt war. Man kann auch annehmen, die Worte: "Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht", seien in dem Sinne von der Verherrlichtung gesagt, daß man das "Jetzt" nicht auf das bevorstehende Leiden, sondern auf die bald eintretende Auferstehung bezieht, als ob gleichsam schon geschehen wäre, was in der nächsten Zeit geschehen sollte. Heute möge euer Liebe das Gesagte genügen; sobald der Herr es gibt, werden wir über das Folgende sprechen.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger