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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
60. Vortrag

4.

Aber da sagt einer: Soll etwa das Gemüt des Christen auch beim Herannahen des Todes erregt werden? Denn wie bleibt dann bestehen, was der Apostel sagt, daß er nämlich Verlangen habe, aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein1, wenn ihn das, was er verlangt, bei seinem Eintreten in Erregung bringen kann? Leicht ist es nun zwar, denen darauf zu antworten, die auch die Freude als Erregung bezeichnen. Denn wie, wenn man deshalb beim Herannahen des Todes [S. 818] erregt wird, weil man über die Nähe des Todes sich freut? Allein dies, sagen sie, sei eben Freude, nicht Fröhlichkeit zu nennen2. Aber was heißt das anders, als die nämlichen Dinge denken und die Ausdrücke für die Dinge wechseln wollen? Doch wir wollen unser Ohr der Heiligen Schrift leihen und lieber nach ihr diese Frage mit der Hilfe des Herrn lösen und nicht, weil es heißt: „Als Jesus dies gesagt hatte, wurde er im Geiste betrübt“, sagen, er sei aus Freude erregt worden, damit er uns nicht selbst mit seinen eigenen Worten widerlege, wo er sagt: „Meine Seele ist betrübt bis zum Tode“3. Etwas Ähnliches ist auch hier anzunehmen, wo Jesus in dem Augenblicke, da sein Verräter bereits allein wegzugehen und mit seinen Gesinnungsgenossen alsbald wieder zu kommen entschlossen war, „im Geiste betrübt wurde“.

1: Phil. 1, 23.
2: Gaudium, non laetitia nominanda est.
3: Matth. 26, 38.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger