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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
60. Vortrag

2.

[Forts. v. [S. 816] ] Betrübt also wurde der, welcher die Macht hatte, seine Seele hinzugeben, und die Macht hatte, sie wieder zu nehmen1. Betrübt wird die so große Macht, betrübt wird die Festigkeit des Felsens; oder wird vielmehr in ihm unsere Schwachheit betrübt? So ist es in der Tat! Nichts Unwürdiges sollen die Knechte von ihrem Herrn glauben, sondern sich als Glieder an seinem Haupte erkennen. Der für uns gestorben ist, derselbe ist für uns auch betrübt worden. Der also selbstmächtig starb, wurde selbstmächtig betrübt; der den Leib unserer Niedrigkeit umbildete „gleichförmig dem Leibe seiner Herrlichkeit“2, bildete auch in sich den Affekt unserer Schwachheit um, indem er durch den Affekt seiner Seele mit uns litt. Sonach wenn er betrübt wird, der Große, der Starke, der Feststehende, der Unbesiegte, so dürfen wir für ihn nicht fürchten, als ob es ihm an Kraft gebrechen würde; er geht nicht unter, sondern sucht uns3. Uns, sage ich, uns sucht er auf diese Weise ganz und gar; uns selbst sollen wir in seiner Betrübnis sehen, damit wir, wenn wir selbst betrübt werden, nicht in Verzweiflung untergehen. Wenn er betrübt wird, er, der nicht betrübt würde außer freiwillig, tröstet er den, der auch gegen seinen Willen betrübt wird.

1: Joh. 10, 18.
2: Phil. 3, 21.
3: Non perit, sed nos quaerit.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger