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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
VIII. Kapitel

39.

1. Diesen Leuten selbst und manchen anderen, vor allem den Anhängern Marcions ruft die Schrift, ohne daß sie darauf hören, das Wort zu: "Wer auf mich hört, der wird getrost im Frieden ruhen und frei von Furcht vor allem Übel guten Mutes sein."1

2. Wie beschaffen soll nach ihrer Meinung das Gesetz sein? Schlecht werden sie freilich nicht sagen, aber gerecht, indem sie das Gute vom Gerechten unterscheiden.2

3. Aber wenn der Herr das Schlechte zu fürchten befiehlt, so beseitigt er nicht das Schlechte mit etwas Schlechtem, sondern macht etwas durch das ihm Entgegengesetzte zunichte. Gutem ist aber Schlechtes entgegengesetzt, ebenso wie Gerechtes Ungerechtem.

4. Wenn nun das Schriftwort die Enthaltung von Schlechtem, die die Furcht des Herrn bewirkt, Freisein von Furcht genannt hat, so ist die Furcht etwas Gutes, und die durch das Gesetz verursachte Furcht nicht nur gerecht, sondern auch gut, da sie die Schlechtigkeit beseitigt. Indem aber das Gesetz durch Furcht [S. 180] Furchtlosigkeit herbeiführt, bewirkt es nicht durch eine Gemütsbewegung Freiheit von Gemütsbewegungen, vielmehr durch Erziehung Mäßigung in den Gemütsbewegungen.

5. Wenn wir also hören: "Ehre den Herrn, und du wirst stark sein; außer ihm fürchte niemand!"3 so fassen wir das so auf, daß es ein Gott-Ehren ist, wenn man sich davor fürchtet, zu sündigen, und den von Gott gegebenen Gesetzen gehorcht.

1: Spr 1,33.
2: Vgl. A. Harnack, Marcion, 2. Aufl. S. 263.
3: Spr 7,1 a.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger