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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
VIII. Kapitel

38.

1. Gehört nun die Unwissenheit zu den guten oder zu den schlechten Dingen? Wenn sie nun zu den guten gehört, warum hört sie infolge des Erschreckens auf? Und überflüssig ist dann für sie der Diener1 und die Predigt und die Taufe. Gehört die Unwissenheit dagegen zu den schlechten, wie kann das Schlechte Ursache des Schönsten sein?

2. Denn wenn die Unwissenheit nicht zuvor vorhanden gewesen wäre, wäre der Diener nicht herabgestiegen; und den Archon hätte nicht Schrecken ergriffen, wie sie selbst sagen, noch hätte er infolge der Furcht den Anfang der Weisheit erhalten, die ihn befähigte, die Geschlechter der Auserwählten und der Weltleute zu scheiden.

3. Wenn aber die Furcht vor dem zuvor [S. 179] vorhandenen Menschen die Engel dazu veranlaßte, ihrem eigenen Gebilde nachzustellen in der Meinung, daß in dem Geschöpf unsichtbar der Same des höheren Wesens eingepflanzt sei, so wurden sie entweder infolge einer irrigen Vermutung eifersüchtig, das ist aber nicht glaublich, daß die Engel zu einer völligen Unkenntnis eines Geschöpfes verurteilt gewesen sein sollten, dessen Erschaffung ihnen anvertraut worden war, so daß es gleichsam ihr Kind war.

4. Oder sie ließen sich zu ihrem Tun dadurch bewegen, daß sie von ihrer Vorauskenntnis befangen waren, aber sie hätten durch das, was sie taten, dem nicht nachgestellt, das sie vorher kannten; auch wären sie vor ihrem eigenen Werk nicht erschrocken, da sie infolge des Vorherwissens den von oben stammenden Samen gekannt hätten.

5. Oder - das ist die letzte Möglichkeit - sie hätten es gewagt im Vertrauen auf ihre Kenntnis; aber auch dies ist undenkbar, daß sie dem "Menschen" nachstellten, obwohl sie das im Pleroma vorhandene Ausgezeichnete kannten, und ferner auch das Wort "nach seinem Bilde",2 womit sie auch das Urbild und die mit der übrigen Kenntnis verbundene (Kenntnis von seiner) Unzerstörbarkeit erhalten hatten.

1: Mit (xxx) diakonos wird bei den Basilidianer der Sohn bezeichnet; vgl. auch Exc. ex Theod. 16.
2: Vgl. Gen 1,26; Strom. IV 90,3.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger