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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
39. Vortrag

3.

Ungereimt scheint das Leuten, welche das Gewöhnliche auf Ungewohntes, das Sichtbare auf das Unsichtbare anwenden, das Geschöpf mit dem Schöpfer vergleichen. Es fragen uns nämlich die Ungläubigen und sagen: Den ihr Vater nennet, nennet ihr Gott? Wir antworten: Ja. Den ihr Sohn nennet, nennet ihr Gott? Wir antworten: Ja. Den ihr Heiligen Geist nennet, nennet ihr Gott? Wir antworten: Ja. Also, sagen sie, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist sind drei Götter? Wir antworten: Nein. Sie werden verwirrt, weil sie nicht erleuchtet sind; sie haben ein verschlossenes Herz, weil sie den Schlüssel des Glaubens nicht haben. Wir nun, Brüder, wollen unter dem Vorantritt des Glaubens, welcher das Auge unseres Herzens heilt, das, was wir verstehen, ohne Dunkelheit erfassen, was wir aber nicht verstehen, ohne zu zweifeln, glauben. Von dem Fundamente des Glaubens wollen wir nicht abweichen, damit wir zum Gipfel der Vollkommenheit gelangen. Gott ist der Vater, Gott ist der Sohn, Gott ist der Heilige Geist; und doch ist der Vater nicht der, welcher der Sohn ist, noch der Sohn der, welcher der Vater ist, noch der Heilige Geist, welcher der Geist des Vaters und des Sohnes ist, entweder [S. 584] der Vater oder der Sohn. Die Dreifaltigkeit ist also ein Gott, die Dreifaltigkeit ist eine Ewigkeit, eine Macht, eine Majestät; drei ― aber nicht Götter. Es entgegne mir nicht der Sachverdreher: Wieso drei? Denn wenn drei, sagt er, so muß du erklären, was drei ist. Ich antworte: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Siehe, sagt er, du hast drei genannt, aber drücke aus, was drei ist. ― Vielmehr zähle du; ich meine ja drei, wenn ich sage: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Denn in Bezug auf sich selbst ist der Vater Gott, in Bezug auf den Sohn ist er Vater; in Bezug auf sich selbst ist der Sohn Gott, in Bezug auf den Vater ist er Sohn.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger