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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
36. Vortrag

2.

Was immer ihr also Niedriges von dem Herrn Jesus Christus gehört habt, denket an die erfolgte Annahme des Fleisches, wie er wurde unsertwegen, nicht wie er war, um uns zu erschaffen; was immer ihr aber von ihm im Evangelium hört oder leset, wie hoch er sei und wie erhaben über alle Geschöpfe, dem Vater gleich und gleichewig wie er, darin sollt ihr das erkennen, was zur Gestalt Gottes, nicht was zur Gestalt des Knechtes gehört. Denn wenn ihr euch an diese Regel haltet, ihr, die ihr es fassen könnt ― ihr könnt es aber nicht alle fassen, aber ihr sollt es alle glauben ―, wenn ihr euch also an diese Regel haltet, so werdet ihr gegen die Ränke häretischer Finsternis, wie im Lichte wandelnd, sicher kämpfen. Es hat nämlich nicht an solchen gefehlt, die sich beim Lesen der evangelischen Zeugnisse nur an jene hielten, welche dort über die Niedrigkeit Christi aufgezeichnet sind, gegen diejenigen Zeugnisse aber, welche seine Gottheit zum Ausdruck bringen, taub waren, taub deshalb, weil sie geschwätzig waren. Desgleichen haben manche, welche bloß jene Zeugnisse beachteten, die über die Erhabenheit des Herrn aufgezeichnet sind, an seine Barmherzigkeit, in der er unsertwegen Mensch geworden ist, auch wenn sie dieselben lasen, nicht geglaubt und sie als menschliche Erfindungen und Irrtümer angesehen, indem sie behaupteten, unser Herr Jesus Christus sei bloß Gott gewesen, nicht Mensch. Die einen so, die andern so; beide irrten. Der katholische Glaube aber, der aus beiden Richtungen das Wahre, das sie festhalten, annimmt und, was sie [S. 546] Wahres glauben, lehrt, hat Christus sowohl als Gott erkannt wie als Mensch gläubig festgehalten; denn beides steht geschrieben und beides ist wahr. Wenn du Christus nur Gott nennst, so leugnest du das Heilmittel, wodurch du geheilt wurdest; wenn du Christus nur Mensch nennst, so leugnest du die Macht, wodurch du erschaffen wurdest. Beides also halte fest, gläubige Seele und katholisches Herz, beides halte fest, beides glaube, beides bekenne getreu. Sowohl Gott ist Christus, wie Mensch ist Christus. Wie ist Christus als Gott? Dem Vater gleich, mit dem Vater eins. Wie ist Christus als Mensch? Sohn der Jungfrau, der vom Menschen die Sterblichkeit annahm, aber nicht die Sünde.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger