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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
28. Vortrag.

3.

[S. 467] „Es war aber nahe das Fest der Juden, das Laubhüttenfest.“ Über das Laubhüttenfest sind diejenigen, welche die Schriften gelesen haben, unterrichtet. Man errichtete am Festtage Zelte, ähnlich den Zelten, in welchen sie gewohnt hatten, als sie nach dem Auszuge aus Ägypten in der Wüste dahinzogen. Das war das Fest, eine große Feierlichkeit. Die Juden feierten dies, gleichsam in Erinnerung an die Wohltaten des Herrn, sie, die im Begriffe standen, den Herrn zu töten. An diesem Festtage also (es waren mehrere Festtage, denn bei den Juden wurde ein Festtag in der Weise genannt, daß es nicht ein Tag war, sondern mehrere) sprachen „seine Brüder“ zu Christus dem Herrn. „Seine Brüder“ müßt ihr so verstehen, wie ihr schon wißt; denn es ist nichts Neues, was ihr da hört. Die Blutsverwandten der Jungfrau Maria hießen Brüder des Herrn. Es war nämlich den Schriften geläufig, die Blutsfreunde und nahen Verwandten jeder Art „Brüder“ zu nennen, und zwar entgegen unserer Sitte, nicht wie wir sprechen. Denn wer wird den Mutterbruder und den Schwestersohn Brüder nennen? Die Schrift aber nennt auch solche Verwandte Brüder. Denn Abraham und Loth werden Brüder genannt, obwohl Abraham der Oheim des Lot von väterlicher Seite war1, und Laban und Jakob werden Brüder genannt, obwohl Laban der Oheim des Jakob von mütterlicher Seite war2. Wenn ihr also von Brüdern des Herrn höret, so denket an Blutsverwandte Marias, nicht an Nachkommen, die sie weiter noch geboren hätte. Denn wie in dem Grabe, in welches der Leib des Herrn gelegt wurde, weder vorher noch nachher ein Toter sich befand, so hat auch der Schoß Marias weder vorher noch nachher etwas Sterbliches empfangen.

1: Gen. 11, 27. 31; 13, 8; 14, 14.
2: Gen. 28, 2; 29, 10. 15.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger