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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
28. Vortrag.

2.

[Forts. v. [S. 466] ] Nach diesen Vorbemerkungen werden wir uns, denke ich, bei dem soeben verlesenen Kapitel nicht abmühen; denn oft ist im Haupte vorhergebildet worden, was im Leibe geschehen sollte. „Hierauf“, heißt es, „begab sich Jesus nach Galiläa, denn er wollte nicht nach Judäa gehen, weil die Juden ihm nach dem Leben trachteten.“ Das ist es, was ich mit den Worten meinte: er gab unserer Schwachheit ein Beispiel. Er hatte nicht die Macht verloren, sondern unserer Gebrechlichkeit gewährte er einen Trost. Es war nämlich, wie gesagt, zu erwarten, daß ein oder der andere seiner Gläubigen sich verbergen würde, um nicht von den Verfolgern gefunden zu werden; und damit ihm das Versteck nicht als Vergehen vorgeworfen würde, ging im Haupte voraus, was im Gliede bestätigt werden sollte. Denn so heißt es: „Er wollte nicht nach Judäa gehen, weil ihm die Juden nach dem Leben trachteten“; als ob Christus nicht auch unter den Juden hätte wandeln und doch von den Juden nicht hätte getötet werden können. Hat er ja diese Macht nach Belieben gezeigt; denn als sie ihn kurz vor seinem Leiden festnehmen wollten, „sprach er zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten: Jesus. Und er: Ich bin es“. Er verbarg sich nicht, sondern gab sich zu erkennen. Bei dieser Kundgebung jedoch hielten sie nicht Stand, sondern „sie wichen zurück und fielen zu Boden“1. Und doch, weil er gekommen war, um zu leiden, standen sie wieder auf, ergriffen ihn, führten ihn zum Richter und töteten ihn. Aber was taten sie? Was die Schrift sagt: „Die Erde ist in die Hände der Gottlosen übergeben worden“2. Das Fleisch ist in die Macht des Richters gegeben worden. Und dies deshalb, damit gleichsam der Säckel geöffnet würde, aus dem unser Lösepreis herauskommen sollte.

1: Joh. 18, 4―6.
2: Job 9, 24 [= statt Joh. 9, 24].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger