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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
28. Vortrag.

1.

In diesem Hauptstück des Evangeliums, Brüder, hat sich unser Herr Jesus Christus besonders als Mensch unserm Glauben dargestellt. Denn immer zielt er bei seinen Worten und Taten dahin ab, daß er als Gott und Mensch im Glauben festgehalten werde, als Gott, der uns erschaffen, als Mensch, der uns gesucht hat, als Gott mit dem Vater immer, als Mensch mit uns in der Zeit. Denn er würde den nicht suchen, den er erschaffen hatte, wenn er nicht das würde, was er erschaffen hatte. Doch das bedenket und lasset euren Herzen nicht entschwinden, so sei Christus Mensch geworden, daß er nicht aufhörte, Gott zu sein. Gott bleibend, nahm er den Menschen an der, welcher den Menschen erschaffen. Da er sich nun als Mensch verbarg, darf man nicht glauben, er habe seine Macht verloren, sondern er habe der Schwachheit ein Beispiel gegeben. Denn er ist, da er wollte, festgenommen, da er wollte, getötet worden. Aber weil dereinst seine Glieder kommen sollten, d. i. seine Gläubigen, welche nicht jene Macht haben würden, die er, unser Gott, hatte, so hat er dadurch, daß er sich verbarg, daß er sich gleichsam, um nicht getötet zu werden, versteckte, angezeigt, das würden einmal seine Glieder tun, zu welchen er natürlich auch gehörte. Denn Christus ist nicht so im Haupte, daß er im Leibe nicht ist, sondern Christus ist ganz im Haupte und im Leibe. Was also seine Glieder sind, das ist er; was aber er ist, sind nicht sofort seine Glieder. Denn wären seine Glieder nicht er selbst, so würde er nicht sagen: „Saulus, warum verfolgst du mich?“1. Denn nicht ihn selbst, sondern seine [S. 466] Glieder, seine Gläubigen auf Erden verfolgte Saulus. Er wollte jedoch nicht sagen: Meine Heiligen, meine Diener, schließlich noch ehrenvoller: meine Brüder, sondern: „mich“, d. i. meine Glieder, deren Haupt ich bin.

1: Apg. 9, 4.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger