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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
27. Vortrag.

8.

[S. 459] „Von jetzt gingen viele seiner Schüler zurück und wandelten nicht mehr mit ihm.“ „Sie gingen zurück“, aber dem Satan nach, nicht Christus nach. Denn gelegentlich nannte Christus der Herr den Petrus „Satan“, mehr deshalb, weil er seinem Herrn vorangehen und ihm den Rat geben wollte, daß er nicht in den Tod gehen sollte, er, der gekommen war, um zu sterben, damit wir nicht auf ewig sterben sollten, und er sprach zu ihm: „Weiche zurück hinter mir, Satan; denn du verstehst nicht, was Gottes ist, sondern was des Menschen ist“1. Denn er drängte ihn nicht zurück, damit er hinter dem Satan einherginge, und nannte ihn bloß Satan, sondern er ließ ihn hinter sich gehen, damit er nicht ein Satan wäre, hinter dem Herrn wandelnd. Jene aber gingen so zurück, wie der Apostel von gewissen Frauen sagt: „Denn einige haben sich schon zurückgewendet, dem Satan nach“2. Sie wandelten nicht weiter mit ihm. Siehe, abgeschnitten vom Leibe, haben sie das Leben verloren, weil sie vielleicht im Leibe nicht einmal gewesen sind. Auch sie sind unter die Ungläubigen zu zählen, obwohl sie Jünger genannt wurden. Sie gingen zurück, nicht wenige, sondern viele. Das ist vielleicht zum Troste geschehen, weil es manchmal vorkommt, daß ein Mensch die Wahrheit sagt, und, was er sagt, nicht begriffen wird, so daß jene, die es hören, Anstoß nehmen und weggehen. Es reut aber den Menschen, die Wahrheit gesagt zu haben; denn es sagt der Mensch bei sich: Ich hätte nicht so sagen sollen, ich hätte dies nicht sagen sollen. Siehe, es begegnete dem Herrn: er sprach und verlor viele, er verblieb bei wenigen. Aber er kommt nicht in Verwirrung, weil er von Anfang die kannte, welche an ihn glauben und welche an ihn nicht glauben würden; wenn uns das begegnet, so werden wir unruhig. Mögen wir im Herrn Trost finden und doch vorsichtig im Worte sein.

1: Matth. 16, 23.
2: 1 Tim. 5, 15.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger