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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
27. Vortrag.

7.

[Forts. v. [S. 458] ] „Aber es sind, sagt er, einige unter euch, die nicht glauben.“ Er sagte nicht: Es sind einige unter euch, die nicht verstehen, sondern er nannte den Grund, warum sie nicht verstehen. „Denn es sind einige unter euch, die nicht glauben“, und deshalb nicht verstehen, weil sie nicht glauben. Hat ja der Prophet gesagt: „Wenn ihr nicht glaubet, werdet ihr nicht verstehen“1. Durch den Glauben werden wir verbunden, durch das Verständnis werden wir lebendig gemacht. Zuerst sollen wir anhängen durch den Glauben, damit etwas vorhanden sei, was durch das Verständnis belebt werden kann. Denn wer nicht anhängt, widersteht; wer widersteht, glaubt nicht. Wer widersteht, wie soll der belebt werden? Er hält den Lichtstrahl von sich ab, mit dem er durchdrungen werden soll; nicht das Auge wendet er ab, sondern er verschließt den Geist. Also „es sind einige, die nicht glauben“. Sie sollen glauben und öffnen, sie sollen öffnen und sie werden erleuchtet werden. „Denn Jesus wußte von Anfang an, welche glauben würden, und wer ihn verraten würde.“ Es war nämlich auch Judas dabei. Denn einige nahmen Anstoß, er aber blieb, um auszukundschaften, nicht um zu lernen. Und weil er geblieben war, so schwieg der Herr nicht über ihn. Er nannte ihn nicht ausdrücklich, ließ ihn aber auch nicht unerwähnt, damit alle fürchteten, wenn auch nur einer verloren ginge. Nachdem er es aber gesagt und die Glaubenden von den Nichtglaubenden unterschieden hatte, gab er den Grund an, warum sie nicht glaubten. „Deshalb, sprach er, habe ich zu euch gesagt: niemand kann zu mir kommen, es werde ihm denn von meinem Vater gegeben.“ Also auch der Glaube wird uns gegeben, denn nicht nichts ist das Glauben. Aber wenn es auch etwas Großes ist, freue dich, daß du geglaubt hast, aber überhebe dich nicht, denn was hast du, das du nicht empfangen hast?2

1: Is. 7, 9; nach Sept.
2: 1 Kor. 4, 7.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger