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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
27. Vortrag.

12.

Aber was heißt das, was er sagt: „Wer in mir bleibt und ich in ihm“1? Was anderes, als was die Märtyrer hörten: „Wer ausharrt bis zum Ende, der wird selig werden“2? Wie blieb in ihm der heilige Laurentius, dessen Fest wir heute feiern? Er blieb bis zur Versuchung, er blieb bis zum tyrannischen Verhör, er blieb bis zur feindseligen Bedrohung, er blieb bis zur Tötung; doch das ist zu wenig, er blieb bis zum grausamen Martyrium. Denn er wurde nicht rasch getötet, sondern wurde im Feuer gequält; man ließ ihn lange leben oder vielmehr man ließ ihn nicht lange leben, sondern zwang ihn langsam zu sterben. In jenem langdauernden Tode also, in jenen Peinen hat er, weil er gut gegessen und gut getrunken hatte, gleichsam gesättigt von jener Speise und berauscht von jenem Kelche, die Qualen nicht empfunden. Denn da war der zugegen, der gesagt hat: „Der Geist ist es, der lebendig macht“. Ja das Fleisch ging im Feuer auf, aber der Geist belebte die Seele. Er ließ nicht ab und folgte ins Reich nach3. Es hatte aber zu ihm der heilige Märtyrer Xystus, dessen Fest wir vor fünf Tagen begangen haben, gesagt: „Trauere nicht, mein Sohn“ ― jener war nämlich Bischof, dieser Diakon ―, „trauere nicht, sprach er, du wirst mir nach drei Tagen [S. 464] folgen“. Mit „drei Tagen“ meinte er aber die inmitten liegende Zeit zwischen dem Tage des Martyriums des heiligen Xystus und dem Tage des heutigen Martyriums des heiligen Laurentius. Drei Tage sind die Zwischenzeit. Welch ein Trost! Er sagt nicht: Trauere nicht, mein Sohn, die Verfolgung wird aufhören, und du wirst in Sicherheit sein, sondern: Trauere nicht, mein Sohn, wohin ich vorausgehe, dahin wirst du nachfolgen; und dein Nachfolgen wird nicht aufgeschoben, nur drei Tage werden inzwischen sein, und du wirst bei mir sein. Er empfing das Orakel, besiegte den Teufel, gelangte zum Triumphe. [S. 465]

1: Joh. 6, 57 [Joh. 6, 56]; 15, 5.
2: Matth. 24, 13.
3: Non cessit et in regnum successit.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger