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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
V. Kapitel

23.

1. Nach diesen Darlegungen wollen wir wieder zu unserer Erörterung über den Glauben zurückkehren. Daß in der Tat der Glaube1 überall nötig ist, stellte Platon mit voller Beweiskraft etwa in folgender Weise fest, wobei er zugleich den Frieden preist:

2. "Zuverlässig ((xxx) pistos) und verständig kann sich wohl in Zeiten politischen Kampfes keiner erweisen, der nicht im Besitz jeglicher Tugend ist. Kampflustig und todesmutig sind im Kriege gar viele von den Söldnern, von denen sich die meisten als verwegen und ungerecht, frevelhaft und unverständig erweisen, mit Ausnahme von einigen ganz wenigen. Wenn das Gesagte richtig ist, wird jeder Gesetzgeber, der nur [S. 167] überhaupt etwas taugt, die Gesetze so verfassen, daß er vor allem auf die höchste Tugend abzielt."2

3. Damit ist aber die Zuverlässigkeit ((xxx) pistotäs) gemeint, die wir zu jeder Zeit brauchen, im Frieden und in jeder Art von Krieg und im ganzen übrigen Leben; denn sie scheint die übrigen Tugenden zusammenzufassen und in sich zu enthalten.3

4. "Das beste ist aber weder der Krieg noch der politische Kampf; denn man muß wünschen, daß man davor bewahrt bleibt, ihrer zu bedürfen; dagegen ist Friede untereinander und zugleich freundliche Gesinnung das Beste."4 5. Daraus ist klar, daß nach Platon der wichtigste Wunsch ist, Frieden zu haben, und daß die höchste Mutter der Tugenden die Zuverlässigkeit ((xxx) pistis) ist.

1: Clemens verwendet hier zur Erklärung des Begriffes (xxx) pistis (Glaube) die platonischen Ausdrücke (xxx) pistos (zuverlässig) und (xxx) pistotäs (Zuverlässigkeit); darum scheint die angeführte Stelle nicht zu passen.
2: Platon, Gesetze I. p. 630 BC.
3: Vgl. ebd. p. 630 C (Vgl. Theognis 77 f.); Gorgias p. 456 A.
4: Platon, Gesetze I p. 628 C.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger