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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
25. Vortrag.

16.

Der Ursprung aller Krankheiten ist der Stolz, weil der Ursprung aller Sünden der Stolz ist. Wenn der Arzt eine Krankheit beseitigt und er kümmert sich bloß um das, was durch eine Ursache entstanden ist, kümmert sich aber nicht um die Ursache selbst, durch die es entstanden ist, so heilt er scheinbar für eine Zeitlang, bleibt aber die Ursache, dann wiederholt sich die Krankheit. Beispielsweise will ich es noch deutlicher ausdrücken. Krankhafte Säfte erzeugen im Leibe ein Exsudat oder Geschwüre, im Körper entsteht eine große Fieberhitze und kein geringer Schmerz; es werden gewisse Arzneimittel hergestellt, welche das Exsudat hemmen und den Brand des Geschwüres löschen sollen; sie werden angewendet und haben Erfolg. Du siehst den Menschen, der ein Exsudat oder Geschwür hatte, geheilt, allein da jene Säfte nicht entfernt wurden, kommt es wieder zu einem Geschwüre. Der Arzt, der das merkt, beseitigt die Säfte, entfernt die Ursache, und die Geschwüre werden ganz ausbleiben. ― Wodurch nimmt die Ungerechtigkeit überhand? Durch den Hochmut. Heile den Hochmut, und es wird keine Ungerechtigkeit mehr geben. Damit also die Ursache aller Krankheiten d. i. der Hochmut geheilt würde, stieg der Sohn Gottes herab und wurde demütig. Was bist du hochmütig, o Mensch? Gott ist deinetwegen demütig geworden. Du könntest [S. 431] dich vielleicht schämen, einem demütigen Menschen nachzuahmen, so ahme doch wenigstens dem demütigen Gott nach. Der Sohn Gottes kam in Menschengestalt und wurde demütig; es wird dir befohlen, demütig zu sein, es wird dir nicht befohlen, aus einem Menschen ein Tier zu werden; er, Gott, ist Mensch geworden, du, Mensch, erkenne, daß du ein Mensch bist; deine ganze Demut geht darauf hinaus, daß du dich erkennest. Also weil Gott die Demut lehrt, hat er gesagt: „Ich bin nicht gekommen, meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“. Denn das ist eine Empfehlung der Demut. Der Hochmut tut ja nur seinen eigenen Willen, die Demut tut den Willen Gottes. Darum „werde ich den, der zu mir kommen wird, nicht hinauswerfen“. Warum? „Weil ich nicht gekommen bin, meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.“ Demütig kam ich, Demut zu lehren kam ich, als Lehrer der Demut kam ich; wer zu mir kommt, wird mir einverleibt; wer zu mir kommt, wird demütig; wer mir anhängen wird, wird demütig sein, weil er nicht seinen Willen tut, sondern den Willen Gottes, und deshalb wird er nicht hinausgeworfen werden, weil er, da er hochmütig war, hinausgeworfen wurde.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger