Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium) 19. Vortrag.
19. "Ich kann von mir selbst nichts tun; wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht." Weil wir ihm erwidern könnten: Du wirst richten, und der Vater wird nicht richten, weil er alles Gericht dem Sohne gegeben hat, du wirst also nicht gemäß dem Vater richten, fügte er hinzu: "Ich kann von mir selbst nichts tun; wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht, weil ich nicht meinen Willen suche, sondern den Willen desjenigen, der mich gesandt hat". Gewiß macht der Sohn lebendig, welche er will. Er sucht nicht seinen Willen, sondern den Willen dessen, der ihn gesandt hat. Nicht den meinen, nicht den eigenen; nicht den meinen, nicht den des Menschensohnes; nicht den meinen, der Gott widerspräche. Es tun nämlich die Menschen ihren Willen, nicht den Willen Gottes, wenn sie tun, was sie wollen, nicht was Gott befiehlt; wenn sie aber so tun, was sie wollen, daß sie gleichwohl den Willen Gottes befolgen, so tun sie nicht ihren Willen, obwohl sie tun, was sie wollen. Tu willig, was dir befohlen wird, und so wirst du auch das tun, was du willst, und du wirst dabei nicht deinen Willen tun, sondern den Willen dessen, der dir befiehlt.
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