Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
IV. Kapitel

19.

1. Solcher Art ist der Mann, der das Gesetz erfüllt und den Willen des Vaters tut,1 geradezu wie auf einem hochaufgerichteten Holze gemalt und als ein Vorbild göttlicher Tugend für die zur Schau gestellt, die sehen können.

2. Die Griechen wissen von den Geheimbriefen der Ephoren in Lakedämon, die auf Grund gesetzlicher Bestimmung auf Holz geschrieben wurden;2 mein Gesetz aber ist, wie ich schon früher sagte, königlich und beseelt und ist das richtige Wort.3
"Das Gesetz ist aller König
Der Sterblichen sowohl wie der Unsterblichen."4
wie der Böotier Pindaros singt.

3. Speusippos ferner scheint in dem ersten Buch an Kleophon Ähnliches wie Platon in folgenden Worten zu schreiben: "Denn wenn die Königsherrschaft etwas Treffliches ist und der Weise allein König und Herrscher, so ist das Gesetz, da es das richtige Wort ist, trefflich",5 was auch wirklich der Fall ist.

4. Dem entspricht auch die Lehre der stoischen Philosophen, die Königtum, Priesterwürde, Weissagung, Gesetzgebung, Reichtum, wahre Schönheit, Adel, innere Freiheit ausschließlich dem Weisen zuerkennen. Daß freilich ein [S. 164] solcher gar sehr schwer zu finden sei, das geben sie auch selbst zu.6

1: Vgl. Mt 5, 17; 7,21; 21,31. Im folgenden ist wohl an die hölzernen Tafeln gedacht, auf denen Gesetze oder Beschlüsse zur allgemeinen Kenntnis gebracht wurden; zugleich ist aber auf das Kreuz angespielt, das oft nur Holz (xxx) (Xylon) heißt
2: Die bei Plutarchos, Lasandros 19 und Gellius, Noct. Att. 17,9 genau beschriebene Einrichtung der Skytalen ist hier nicht ganz richtig angegeben: die Geheimbriefe wurden nicht auf Holz, sondern auf Riemen geschrieben, die um einen Holzstab gewickelt waren; die Schrift auf den abgewickelten Riemen konnte nur gelesen werden, wenn diese wiederum um einen Holzstab von der gleichen Beschaffenheit gewickelt wurden.
3: Der Ausdruck (xxx) orthos logos wurde besonders von den Stoikern gebraucht.
4: Pindaros Fr. 169 Schroeder; vgl. Strom. I 181,4.
5: Speusippos Fr. 193 Mullach FPG III p. 91.
6: Chrysippos Fr. moral. 619 v. Armin;vgl. Strom. I 168,4.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis

Navigation
Erstes Buch
Zweites Buch
. I. Kapitel
. II. Kapitel
. III. Kapitel
. IV. Kapitel
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. V. Kapitel
. VI. Kapitel
. VII. Kapitel
. VIII. Kapitel
. IX. Kapitel
. X. Kapitel
. XI. Kapitel
. XII. Kapitel
. Mehr
Drittes Buch
Viertes Buch
Fünftes Buch
Sechstes Buch
Siebtes Buch

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger