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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
10. Vortrag.

12.

Was bedeutet also die Zahl sechsundvierzig? Zunächst nun, daß Adam auf dem ganzen Erdkreise ist, das habt ihr schon gestern in den vier griechischen Buchstaben der vier griechischen Wörter vernommen. Denn wenn man jene vier Wörter untereinander schreibt, nämlich die Namen der vier Weltgegenden: Ost, West, Nord, Süd, was der ganze Erdkreis ist (weshalb der [S. 180] Herr sagt, er werde, wenn er zum Gerichte kommt, seine Auserwählten von den vier Windrichtungen sammeln1), wenn man also jene vier griechischen Namen: ἀνατολή [anatolē] d. h. Ost, δύσις [dysis] d. h. West, ἄρκτος [arktos] d. h. Nord, μεσημβρία [mesēmbria] d. h. Süd, untereinanderstellt, so geben die Anfangsbuchstaben dieser Worte „Adam“. Wie nun finden wir darin auch die Zahl sechsundvierzig? Weil das Fleisch Christi von Adam war. Die Griechen bezeichnen die Zahlen nach Buchstaben. Den Buchstaben, den wir mit a ausdrücken, nennen sie in ihrer Sprache alpha, α, und alpha heißt eins. Wo sie aber in den Zahlen ein beta, β, schreiben, was ihr b ist, das heißt in den Zahlen zwei. Wo sie ein gamma, γ, schreiben, das heißt in ihren Zahlen drei. Wo sie eine delta, δ, schreiben, das heißt in ihren Zahlen vier, und so dienen ihnen alle Buchstaben als Zahlen. Was wir als m sprechen, und sie als my, μ, bedeutet vierzig, denn my, μ, bezeichnet bei ihnen τεσσαράκοντα [tessarakonta]. Nun sehet, welche Zahl jene Buchstaben ausdrücken, und ihr werdet dabei den in sechsundvierzig Jahren erbauten Tempel finden. Es hat nämlich „Adam“ ein alpha, α, das ist eins; es hat ein delta, δ, das ist vier: im ganzen fünf, es hat nochmal ein alpha, α, das ist eins: im ganzen sechs; es hat auch ein my, μ, das ist vierzig: im ganzen sechsundvierzig. Dies, meine Brüder, wurde auch von unsern früheren Vorgängern gesagt und in den Buchstaben die Zahl sechsundvierzig gefunden2. Und weil unser Herr Jesus Christus seinen Leib von Adam erhielt, von Adam aber nicht die Sünde erbte, so nahm er von ihm zwar den Tempel seines Leibes, aber nicht die Ungerechtigkeit, die aus dem Tempel vertrieben werden sollte; eben dieses Fleisch, das er von Adam erhielt (Maria nämlich stammte von Adam und das Fleisch des Herrn von Maria), kreuzigten die Juden; und dieses nämliche Fleisch sollte er am dritten Tage wieder erwecken, welches jene am Kreuze töten sollten; sie zerstörten den Tempel, der in sechsundvierzig Jahren erbaut wurde, und er errichtete ihn in drei Tagen wieder.

1: Mark. 13, 27.
2: In der unter den Werken Cyprians befindlichen Schrift: De montibus Sina et Sion.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger