Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium) 6. Vortrag.
17. Rühme dich nicht der Taufe, weil ich sage, sie ist es; siehe, ich sage, sie ist es, die ganze katholische Kirche sagt, sie ist es; die Taube bemerkt sie und anerkennt sie und seufzt, daß du sie draußen hast; sie sieht dort, was sie anzuerkennen, sie sieht auch, was sie zu verbessern hat. Es ist die Taufe, komm. Du rühmst dich, daß sie es ist, und willst nicht kommen? Was ist es also mit den Bösen, die nicht zur Taube gehören? Die Taube sagt dir: Haben nicht auch die Bösen, unter welchen ich seufze, die nicht zu meinen Gliedern gehören, und unter denen ich seufzen muß, das, was du zu haben dich rühmst? Haben nicht viele Trunkebolde die Taufe? Nicht viele Geizige? Nicht viele Götzendiener, und was noch schlimmer ist, verstohlenerweise? Gehen oder gingen nicht die Heiden öffentlich zu den Götzen? Jetzt aber suchen die Christen heimlich Wahrsager auf und ziehen Sterndeuter zu Rate. Auch diese haben die Taufe, aber die Taube seufzt unter den Raben.Was freust du dich also, daß du sie hast? Du hast das, was auch der Böse hat. Habe Demut, Liebe, Friede; nimm in Empfang das Gut, das du noch nicht hast, damit dir das Gut nütze, das du hast.
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