Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium) 6. Vortrag.
11. Vielleicht werden sie sagen: Weil es also eine Taube ist und zwar eine Taube, so kann es außer der einen Taube keine Taufe geben. Wenn also bei dir die Taube ist oder du die Taube bist, so gib du mir, wenn ich zu dir komme, das, was ich nicht habe. Ihr wißt, das ist ihre Rede; jetzt wird euch klar sein, so rede nicht die Taube, sondern krächze der Rabe. Denn eure Liebe gebe ein wenig acht, und fürchtet Trug, oder vielmehr hütet euch und nehmt die Worte der Widersprechenden auf, um sie auszuspeien, nicht um sie zu verschlucken und dem Innern einzuverleiben. Tuet daher, was der Herr tat, als man ihm den bitteren Trank reichte; er kostete und spie ihn aus1 ; so auch ihr, hört es und weiset es ab. Denn was sagen sie? Wir wollen sehen. Siehe, sagt einer, du bist die Taube, o katholische Kirche, zu dir ist gesagt: "Eine ist meine Taube, die einzige ihrer Mutter"; dies ist sicherlich zu dir gesagt. Warte, frage mich nicht; wenn es zu mir gesagt ist, so beweise es zuerst; wenn es zu mir gesagt ist, so will ich schnell hören. Zu dir ist es gesagt, bemerkt er. Ich antworte mit dem Munde der katholischen Kirche: Zu mir. Das aber, Brüder, was aus meinem Munde erklang, erklang, wie ich glaube, auch aus eurem Herzen, und wir alle haben in gleicher Weise gesagt: Zur katholischen Kirche ist gesagt: "Eine ist meine Taube, die einzige ihrer Mutter". Außerhalb der Taube, sagt er, ist keine Taufe; ich bin außerhalb der Taube getauft, also habe ich die Taufe nicht; wenn ich die Taufe nicht habe, warum gibst du sie mir nicht, wenn ich zu dir komme?
1: Mt 27,34
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