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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
5. Vortrag.

8.

Dies aber kannte Johannes an dem Herrn nicht. Daß er der Herr war, wußte er; daß er von ihm getauft werden mußte, wußte er; und er bekannte, daß jener die Wahrheit war und er als wahrhaft von der Wahrheit gesandt war; das wußte er. Aber was kannte er an ihm nicht? Daß er die Macht der Taufe für sich [S. 74] behalten und sie nicht weggegeben und auf irgend einen Diener übertragen werde, sondern daß, ob nun ein guter oder ein schlechter Knecht im Dienste taufte, der Getaufte wissen sollte, er sei von keinem anderen getauft als von dem, der die Macht zu taufen für sich behielt. Und damit ihr wisset, Brüder, daß dies Johannes an ihm nicht kannte und dies erst durch die Taube kennen lernte ― denn den Herrn kannte er, aber daß er die Macht zu taufen für sich behalten und sie keinem Diener geben werde, wußte er noch nicht; demgemäß sagte er: „Und ich kannte ihn nicht“ ― damit ihr ersehet, daß er dies dort kennen gelernt hat, so beachtet das Folgende: „Aber der mich gesandt hat, im Wasser zu taufen, sprach zu mir: Über welchen du den Geist herabsteigen siehst, wie eine Taube, und auf ihm bleiben, der ist es“. Was ist der? Der Herr. Aber den Herrn kannte er bereits. Denket euch also, bis hierher habe Johannes gesprochen: „Ich kannte ihn nicht; aber der mich gesandt hat, im Wasser zu taufen, der sprach zu mir“. Wir fragen, was er gesagt hat. Es folgt: „Über welchen du den Geist herabsteigen siehst, wie eine Taube, und auf ihm bleiben“. Ich führe das Folgende nicht an; indes gebet acht: „Über welchen du den Geist herabsteigen siehst, wie eine Taube, und auf ihm bleiben, der ist es“. Aber was ist er? Was wollte der durch die Taube mich lehren, der mich gesandt hat? Daß er der Herr war? Ich kannte den bereits, von dem ich gesandt war; ich kannte den bereits, zu dem ich sprach: „Du kommst zu mir, um getauft zu werden? Ich muß von dir getauft werden“. Soweit also erkannte ich den Herrn, daß ich von ihm getauft werden wollte, nicht daß er von mir getauft werden sollte; und dann sprach er zu mir: „Laß es nur; es soll alle Gerechtigkeit erfüllt werden“1; ich kam zu leiden; soll ich nicht auch kommen, um getauft zu werden? „Es soll alle Gerechtigkeit erfüllt werden“, sprach mein Gott zu mir; es soll alle Gerechtigkeit erfüllt werden, ich möchte in vollem Maß Demut üben; Ich kenne Übermütige in meinem künftigen Volke, ich kenne gewisse Menschen, die irgendwie höher stehen werden in der Gnade, so daß sie beim Anblick der Unwissenden, [S. 75] die getauft werden, weil sie selbst sich für besser halten, sei es wegen Enthaltsamkeit oder Freigebigkeit oder Wissen, vielleicht sich weigern, das zu empfangen, was jene Niedrigen empfangen haben; ich muß sie heilen, damit sie es nicht verschmähen zur Taufe des Herrn zu kommen, da doch ich zur Taufe des Dieners kam.

1: Matth. 3, 14 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger