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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
5. Vortrag.

18.

Aber dich selbst frage ich, wer immer du bist: Bist du besser oder Johannes? Du wirst dir nicht zu sagen getrauen: Ich bin besser als Johannes. Also sollen nach dir die Deinigen taufen, wenn sie besser sind als du. Denn wenn nach Johannes getauft wurde, so erröte, daß nach dir nicht getauft wird. Du wirst sagen: Aber ich habe und lehre die Taufe Christi. Erkenne also endlich einmal den Richter an und sei kein stolzer Herold. Die Taufe Christi spendest du, daher wird nach dir nicht getauft; nach Johannes wurde deshalb getauft, weil er nicht die Taufe Christi spendete, sondern die seinige, da er sie so empfangen hatte, daß sie die seinige war. Du bist also nicht besser als Johannes, aber die Taufe, welche durch dich gespendet wurde, ist besser als die des Johannes; denn jene ist die Taufe Christi, diese die Taufe des Johannes. Auch die von Paulus und die von Petrus gegeben wurde, ist die Taufe Christi, und wenn sie von Judas gegeben wurde, war sie die Taufe Christi. Es gab sie Judas, und es wurde nach Judas nicht getauft; es gab sie Johannes, und es wurde nach Johannes getauft; denn wenn sie von Judas gegeben wurde, war es die Taufe Christi, wurde sie aber von Johannes gegeben, so war es die Taufe des Johannes. Wir ziehen nicht den Johannes dem Judas, sondern die [S. 85] Taufe Christi, auch wenn sie durch die Hände des Judas gegeben wird, der Taufe des Johannes, auch wenn sie durch die Hände des Johannes gegeben wird, mit Recht vor. Heißt es ja vom Herrn, ehe er litt, daß er mehrere taufte als Johannes, worauf noch beigefügt wird: „Obwohl er nicht selbst taufte, sondern seine Jünger“1. Er und er nicht: er der Macht nach, jene durch den Dienst; die Beihilfe leisteten jene, die Macht zu taufen blieb bei Christus. Also tauften seine Jünger und damals war Judas noch unter seinen Jüngern; die nun aber Judas taufte, wurden nicht wiedergetauft, und die Johannes taufte, wurden wieder getauft? Allerdings wieder, aber nicht durch nochmalige Erteilung der Taufe. Denn die Johannes taufte, taufte Johannes, die aber Judas taufte, taufte Christus. So also, die ein Trunkenbold taufte, die ein Mörder taufte, die ein Ehebrecher taufte, taufte, wenn es die Taufe Christi war, Christus. Ich fürchte nicht den Ehebrecher, nicht den Trunkenbold, nicht den Mörder, weil ich auf die Taube schaue, durch die mir gesagt wird: „Dieser ist es, welcher tauft“.

1: Joh. 4, 1 f.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger