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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
2. Vortrag.

9.

Also gab er zu verstehen, daß er wegen der Menschen durch die Leuchte gezeigt werden wollte zum Glauben der Gläubigen, damit durch eben diese Leuchte seine Feinde beschämt würden. Denn Feinde waren jene, die ihn versuchten und sagten: „Sag uns, in welcher Macht tust du dies?“ Er sprach: „Ich will euch auch eine Frage vorlegen. Saget mir: Woher ist die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen“. Und sie wurden verwirrt und sprachen bei sich: Wenn wir sagen: Vom Himmel, so wird er uns sagen: Warum also habt ihr ihm nicht geglaubt? [Denn er hatte für Christus Zeugnis gegeben und gesagt: „Ich bin nicht Christus, sondern jener“]. Wenn wir aber sagen: Von Menschen, so haben wir das Volk zu fürchten, es möchte uns steinigen; denn sie hielten Johannes für einen Propheten“. Die Steinigung fürchtend, noch mehr aber das Bekenntnis der Wahrheit fürchtend, setzten sie der Wahrheit eine Lüge entgegen, „und die Bosheit hat wider sich selbst gelogen“1. Sie sagten nämlich: „Wir wissen es nicht“. Und weil sie sich selbst verschlossen, [S. 26] indem sie zu wissen leugneten, was sie doch wußten, machte auch der Herr ihnen nicht auf; denn sie klopften nicht an. Es heißt nämlich: „Klopfet an, und es wird euch aufgetan werden“2. Nicht aber daß sie bloß nicht anklopften, damit ihnen aufgemacht würde, sie versperrten sich durch ihre Leugnung die Türe selbst. Und der Herr spricht zu ihnen: „Auch ich sage euch nicht, in welcher Macht ich dies tue“3. Und sie werden beschämt durch Johannes, und es erfüllte sich an ihnen das Wort: „Ich habe meinem Christus eine Leuchte bereitet; seine Feinde will ich mit Schande bedecken“4.

1: Ps. 26, 12 [hebr. Ps. 27, 12].
2: Matth. 7, 7.
3: Matth. 21, 23―27; Mark. 11, 28―33; Luk. 20, 2―8.
4: Ps. 131, 17 f. [hebr. Ps. 132, 17 f.].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger