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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
1. Vortrag.

19.

[Forts. v. [S. 17] ] Aber vielleicht können törichte Herzen noch nicht jenes Licht fassen, weil sie durch ihre Sünden niedergedrückt werden, so daß sie es nicht zu sehen vermögen. Deshalb sollen sie aber nicht meinen, das Licht sei sozusagen abwesend, weil sie es nicht sehen können; denn sie selbst sind wegen ihrer Sünden Finsternis. „Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen“. Also, Brüder, wie einem blinden Menschen, der an der Sonne steht, die Sonne gegenwärtig ist, er aber nicht der Sonne, so ist jeder Tor, jeder Ungerechte, jeder Gottlose blind am Herzen. Die Weisheit ist gegenwärtig, aber da sie einem Blinden gegenwärtig ist, ist sie seinen Augen abwesend, nicht weil sie selbst ihm abwesend ist, sondern weil er von ihr abwesend ist. Was also soll er tun? Er reinige sich, damit er Gott sehen kann. Wenn er beispielsweise deshalb nicht sehen könnte, weil er schmutzige und wunde Augen hat wegen des eingedrungenen Staubes, Schleimes oder Rauches, so würde der Arzt zu ihm sagen: Entferne aus deinem Auge alles Schädliche, damit du das Licht deiner Augen sehen kannst. Staub, Schleim, Rauch sind die Sünden und Missetaten; tu dies alles hinweg und du wirst die Weisheit sehen, die gegenwärtig ist; denn Gott ist die Weisheit selbst, und es heißt: „Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott anschauen“1.

1: Matth. 5, 8.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger