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Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium (Tractatus in Iohannis Euangelium)
1. Vortrag.

17.

Wie ich’s vermag, will ich es eurer Liebe erklären. Der Tischler macht einen Kasten. Zuerst hat er den Kasten in der künstlerischen Idee (in arte); denn wenn er den Kasten nicht in der Idee hätte, wie könnte er ihn bei der Anfertigung hervorbringen? Aber der Kasten ist so in der Idee, daß es nicht der Kasten selbst ist, den man mit den Augen sieht. In der Idee ist er auf unsichtbare Weise, im Werke wird er auf sichtbare Weise sein. Siehe, er ist im Werke geworden; hat er nun etwa aufgehört, in der Idee zu sein? Wie der eine im Werke geworden ist, so dauert der andere fort, der in der Idee ist; denn jener Kasten kann verfaulen und ein anderer aus dem, der in der Idee ist, wieder hergestellt werden. Betrachtet also den Kasten in der Idee und den Kasten im Werke. Der Kasten im Werke ist nicht Leben, der Kasten in der Idee ist Leben, weil die Seele des Künstlers lebt, wo all dieses ist, bevor es in die Erscheinung tritt. So also, teuerste Brüder, ist deshalb, weil die Weisheit Gottes, durch welche alles geworden ist, der Idee nach alles enthält, bevor sie alles verwirklicht, dasjenige, was gemäß der Idee wird, nicht sofort selbst schon Leben, aber was immer geworden ist, [S. 16] ist in ihm Leben. Du siehst die Erde, die Erde ist in der Idee; du siehst den Himmel, der Himmel ist in der Idee; du siehst die Sonne und den Mond, auch diese sind in der Idee; aber außerhalb der Idee sind sie Körper, in der Idee sind sie Leben. Erfasset es, wenn ihr es irgendwie vermöget; denn etwas Großes ist gesagt worden, und wenn auch nicht von mir als einem Großen oder durch mich als einen Großen, so doch von einem Großen. Denn nicht von mir Kleinem ist dieses gesagt worden, sondern der ist nicht klein, auf den ich hinschaue, um es zu sagen. Fasse es jeder, wie er kann, soweit er kann, und wer es nicht kann, nähre sein Herz, damit er es kann. Womit soll er es nähren? Mit Milch soll er es nähren, damit er zur Speise komme. Er trenne sich nicht von dem im Fleische geborenen Christus, bis er zu dem von dem einen Vater geborenen Christus gelange, zu Gott dem Worte bei Gott, durch welches alles geworden ist, weil dies das Leben ist, das in ihm ist, das Licht der Menschen [nach einer anderen Lesart: weil jenes Leben, das in ihm ist, das Licht der Menschen ist].

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger