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Cyprian von Karthago († 258) - Über gute Werke und Almosen (De opere et eleemosynis)

9. Vor Verarmung braucht sich der Wohltätige nicht zu fürchten; denn gerade durch Almosengeben gewinnt der Christ Gottes Lohn und damit wahren Reichtum.

Aber du besorgst und fürchtest, wenn du nun anfängst, reichlich Wohltaten zu üben, so könntest du vielleicht in Armut geraten, sobald dein Vermögen durch die freigebigen Spenden erschöpft ist. Sei nur in dieser Beziehung ohne Angst, sei ganz außer Sorge! Erschöpfen kann sich nicht etwas, was einem himmlischen Werke dient. Und das versichere ich dir nicht etwa nur aus persönlicher Überzeugung, sondern ich verspreche es dir auf Grund der Zuverlässigkeit der heiligen Schriften und der Glaubwürdigkeit der göttlichen Verheißung. Durch Salomos Mund spricht der Heilige Geist und sagt: "Wer den Armen gibt, wird niemals darben; wer aber sein Auge abwendet, wird in großer Not sein"1 . Damit zeigt er doch, dass die Barmherzigen und Wohltätigen nicht Mangel leiden können, dass vielmehr die Knauserigen und Unfruchtbaren nachmals in Not geraten. Ebenso sagt der selige Apostel Paulus, erfüllt von der Gnade der Eingebung des Herrn: "Wer Samen reicht dem Säenden, der wird auch Brot darbieten zum Essen und wird eure Saat vervielfältigen und wird das Wachstum der Früchte eurer Gerechtigkeit2 vermehren, auf dass ihr in allem reich werdet"3 . Und wiederum: "Die Erfüllung dieser Pflicht wird nicht das ersetzen, was dem Heiligen abgeht, sondern sie wird auch Überfluss haben durch die vielfache Dankerstattung bei dem Herrn"4 . Denn indem sich die Danksagung für unsere Almosen und guten Werke in dem Gebet der Armen an Gott wendet, häuft sich infolge der Wiedervergeltung Gottes das Vermögen des Wohltätigen immer mehr an. Und der Herr, der schon damals die Herzen derartiger Menschen kannte, bezeugt und sagt im Evangelium, indem er den Treulosen und Ungläubigen mit weissagender Stimme zuruft: "Denket und saget nicht: "Was werden wir essen, oder was werden wir trinken, oder womit werden wir uns kleiden?" Denn danach trachten die Heiden. Euer Vater aber weiß, dass ihr alles dessen bedürftet. Trachtet zuerst nach dem Reiche und der Gerechtigkeit Gottes, und all dies wird euch zugeteilt werden!"5 . Denen, sagt er, werde alles zugeteilt und übergeben, die nach dem Reiche und der Gerechtigkeit Gottes trachten; denn wenn der Tag des Gerichts komme, so versichert der Herr, dann werden diejenigen zugelassen werden, um das Reich zu empfangen, die in seiner Kirche Gutes getan haben.

1: Spr 28, 27.
2: Vgl. oben, Fußnote 5
3: 2 Kor 9, 10 f.
4: Ebd. 9, 12.
5: Mt 6, 31 ff.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger