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Cyprian von Karthago († 258) - Über gute Werke und Almosen (De opere et eleemosynis)

23. Bedenken wir doch wenigstens, dass Christus am Jüngsten Tage einem jeden nach seinen Werken Lohn und Strafe zuerkennen wird!

Was erwidern wir auf diese Worte, liebste Brüder? Mit welchen Gründen verteidigen, mit welcher Entschuldigung rechtfertigen wir die gottlose Unfruchtbarkeit [an guten Werken] und den sozusagen in finstere Nacht gehüllten Sinn der Reichen, wir, die wir hinter den Dienern des Satans zurückstehen und gegenüber Christus für den Preis seines Leidens und Blutes nicht einmal im Kleinen Vergeltung üben? Gebote hat er uns gegeben, er hat uns gelehrt, was seine Diener tun sollen, indem er den Wohltätigen Belohnung verhieß und den Unfruchtbaren Strafe androhte, hat er sein Urteil kundgegeben; wie er richten werde, hat er vorhergesagt. Wie kann es da eine Entschuldigung geben für den Saumseligen, wie eine Verteidigung für den Unfruchtbaren? Wenn der Knecht nicht tut, was ihm befohlen, dann wird eben der Herr tun, was er androht. Er sagt ja auch: "Wenn der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Throne seiner Herrlichkeit, und es werden vor ihm versammelt werden alle Völker, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe scheidet von den Böcken; und er wird die Schafe stellen zu seiner Rechten, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König zu denen sagen, die zu seiner Rechten sind: " Kommt, ihr Gesegneten meines Vater; empfanget das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben, ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt, ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt, ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich bekleidet, ich bin krank geworden, und ihr habt mich besucht, ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen" Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: "Herr, wann haben wir Dich hungrig gesehen und haben Dich gespeist, durstig und haben Dich getränkt? Wann haben wir Dich als Fremdling gesehen und haben Dich beherbergt, nackt und haben Dich gekleidet? Wann ferner haben wir Dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu Dir gekommen?" Dann wird der König ihnen antworten und sagen: "Wahrlich, ich sage euch: soweit ihr es einem unter diesen meinen geringsten Brüdern getan hat, habt ihr es mir getan. Dann wird er zu denen sagen, die zu seiner Linken sind: "Weichet von mir, ihr Veruchten, ins ewige Feuer, das mein Vater bereitet hat dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich habe gehungert, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben, ich habe gedürstet und ihr habt mich nicht getränkt, ich ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt, ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet, ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr seid nicht zu mir gekommen." Dann werden auch sie antworten und sagen. "Herr, wann haben wir Dich hungrig oder durstig oder als Fremdling oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben Dir nicht gedient?" und er wird ihnen antworten: "Wahrlich, ich sage euch: soweit ihr es nicht einem unter diesen Geringsten getan hat, habt ihr es auch mir nicht getan." Und diese werden hingehen in das ewige Feuer, die Gerechten aber in das ewige Leben"1 . Was hätte uns Christus Größeres verkünden, wie hätte er uns eindringlicher zu den Werken der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit anregen können als dadurch, dass er erklärte, man kränke ihn, wenn man einem Dürftigen und Armen nicht spendet. So soll derjenige, der sich durch die Rücksicht auf den Bruder in der Kirche nicht bewegen lässt, wenigstens durch den Hinblick auf Christus sich bestimmen lassen, und wer an seinen Mitknecht trotz Not und Armut nicht denkt, wenigstens des Herrn gedenken, der in eben dem Armen verkörpert ist, den er verachtet.

1: Mt 25, 3-46.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger