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Cyprian von Karthago († 258) - Über gute Werke und Almosen (De opere et eleemosynis)

16. Auch die Rücksicht auf die Kinder ist keine stichhaltige Entschuldigung; Christus muss dem Christen höher stehen als sie.

Aber auch der Umstand, liebste Brüder, soll den Christen nicht von guten und gerechten Werken abhalten und abziehen, dass einer etwa glaubt, er könne sich mit der Rücksicht auf seine Kinder entschuldigen. Denn bei geistlichen Aufwendungen1 müssen wir an Christus denken, der sich als den [eigentlichen] Empfänger bekannt hat2 , und wir ziehen nicht unsere Mitknechte, sondern den Herrn unseren Kindern vor, wie er selbst lehrt und mahnt: "Wer Vater oder Mutter", sagt er, "mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert"3 . Auch im Deuteronomium steht zur Stärkung unseres Glaubens und unserer Liebe zu Gott das Gleiche geschrieben: "Diejenigen", heißt es dort, "die zu Vater und Mutter sagen: "Ich kenne dich nicht" und ihre Kinder nicht anerkannt haben, diese haben Deine Gebote gehalten und Deinen Bund bewahrt"4 . Denn wenn wir Gott von ganzem Herzen lieben, dürfen wir weder unsere Eltern noch unsere Kinder Gott vorziehen. Schreibt doch auch Johannes in seinem Briefe, die Liebe Gottes sei nicht bei denen, die, wie wir sähen, gegen den Armen keine Barmherzigkeit üben wollten. "Wer Güter der Welt hat", sagt er, "und seinen Bruder darben sieht und sein Herz verschließt, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?5 Denn wenn durch die Almosen an die Armen Gott unser Schuldner wird und wenn Christus der Empfänger ist, so oft man an die Geringsten gibt6 , so hat man keine Ursache, das Irdische dem Himmlischen vorzuziehen und das Menschliche über das Göttliche zu stellen.

1: D. i. bei Werken der Barmherzigkeit, die nicht unserem Leibe, sondern unserer Seele zugute kommen
2: Mt 25, 40.
3: Mt 10, 37.
4: Dtn 33, 9.
5: 1 Joh 3, 17.
6: Spr 19, 17.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger