Titel newsletter aktuell suche Titel werke start
Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)
Buch IX.

13.

Dieses Menschen Lehre verbreitete sich über die ganze Welt. Alkibiades, ein geriebener, durch und durch schlechter Mann, in Apamea in Syrien wohnhaft, sah diese Machination und kam, da er sich für einen noch gewandteren und genialeren Betrüger als Kallist hielt, mit einem Buch nach Rom, das angeblich Elchasaï, ein gerechter Mann, aus Serri in Partien erhalten und einem gewissen Sobiai weitergegeben habe; das Buch [S. 252] sei von einem Engel inspiriert, dessen Höhe 24 Schönen 1 = 96 Meilen, dessen Breite 4 Schönen beträgt und der von Schulter zu Schulter 6 Schönen mißt. Seine Fußlänge betrage 3½, was 14 Meilen gleichkommt, die Breite 1½ Schönen, die Höhe ½. Es befinde sich bei ihm auch ein weibliches Wesen, dessen Maße mit den obengenannten übereinstimmten; das männliche Wesen sei Gottes Sohn, das weibliche werde Heiliger Geist genannt. Diese Wundergeschichten tischt er auf und will die Dummen mit der Behauptung kirre machen, es sei den Menschen eine neue Sündenvergebung im dritten Jahre der Regierung Trajans verkündigt; er setzt eine Taufe fest, über die ich noch handeln werde; ja er sagt, daß die, die sich mit jeglicher Lüsternheit und Befleckung und Gesetzlosigkeit, selbst noch als Christen, besudelt haben, wenn sie sich bekehren und auf das Buch hören und ihm glauben, durch die Taufe Nachlassung der Sünden erlangen. Solche Freveltaten zu vollführen scheute er sich nicht, hatte er doch die Anregung hiezu von der vorerwähnten Schule erhalten, der Kallistus vorstand. Da er (Alkibiades) merkte, daß viele an einer solchen Verheißung Wohlgefallen hatten, fand er es opportun, an die Sache heranzugehen. Wir aber traten dem entgegen und duldeten nicht, daß noch länger so viele verführt würden; wir taten dar, daß dies das Wirken eines falschen Geistes und der Einfall eines aufgeblähten Herzens sei und daß Alkibiades gleich einem Wolf gegen viele irrende Schafe gehetzt sei, die Kallist verführt und zerstreut hatte. Nachdem wir nun einmal begonnen, wollen wir auch dieses Mannes (Alkibiades) Lehren nicht mit Schweigen übergehen; nachdem wir sein Leben ans Licht gezogen und gezeigt haben, daß seine vermeintliche Askese vorgespiegelt ist, werden wir die Hauptpunkte seiner Lehre danebenstellen, damit, wer seine Schriften liest, wisse, welcher Qualität die von ihm ins Leben gerufene Irrlehre sei.

1: Griechisches Landmaß.

 

 

Informationen
Quellenangabe
Inhaltsverzeichnis
Einleitung. Widerlegung aller Häresien

Navigation
Buch I.
Buch IV.
Buch V.
Buch VI.
Buch VII.
Buch VIII.
Buch IX.
. . Inhalt [1-5]
. . 6.
. . 7.
. . 8.
. . 9.
. . 10.
. . 11.
. . 12.
. . 13.
. . 14.
. . 15.
. . 16.
. . 17.
. . 18.
. . 19.
. . 20.
. . 21.
. . 22.
. . 23.
. . Mehr
Buch X.

Titel Top Back Next
 
Kontakt: Griechische Patristik und orientalische Sprachen - Miséricorde - Av. Europe 20 - CH-1700 Fribourg
Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger