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Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)
Buch IX.

28.

Es besteht noch ein anderer Kreis von Essenern, die sich an dieselben Gebräuche und dieselbe Lebensführung halten, die aber bezüglich einer Sache, der Ehe, eine andere Meinung vertreten; sie behaupten, daß die, welche die Ehe abgeschafft hätten, etwas Unmenschliches getan hätten. Das wachse sich zur Lebensvernichtung aus und man dürfe nicht das Entstehen von Kindern unterbinden, weil, wenn alle dieses Sinnes wären, leicht das ganze Menschengeschlecht ausgerottet würde. Sie beobachten und prüfen die Verlobten während dreier Jahre; wenn sie aber dreimal die Reinigung durchgemacht haben zum Beweis, daß sie Mütter werden können, so verheiraten sie dieselben. Mit Schwangeren verkehren sie nicht und zeigen so, daß sie nicht der Lust, sondern der Kindererzeugung wegen heiraten. Die Frauen waschen sich, mit einem linnenen Gewand angetan, wie sich die Männer mit dem Gürteltuch waschen. So viel, was die Essener anlangt.

Auch noch andere befolgen der Juden Gebräuche und werden nach ihrer Herkunft und ihren Gesetzen Pharisäer genannt, die überall den größten Bruchteil derer bilden, die sich Juden nennen. Wegen ihrer Sondermeinungen tragen sie Spezialnamen. Sie halten die alte Überlieferung fest und disputieren beständig über das, was nach dem Gesetz rein und unrein ist; sie kommentieren das Gesetz und bilden Lehrer hiefür aus. Sie behaupten, es gebe ein Schicksal, manches richte sich nach dem menschlichen freien Willen, manches nach dem Schicksal, es hänge somit manches von uns ab, und manches sei Sache des Schicksals; Gott sei der Grund aller Dinge und nichts geschehe ohne seinen Willen. Sie glauben auch an die Auferstehung des Fleisches, an die Unsterblichkeit der Seele, an das zukünftige Gericht und an den kommenden Weltbrand, auch daran, daß die Gerechten nie zugrunde gehen, die Bösen in Ewigkeit in unauslöschlichem Feuer gestraft würden.

 

 

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Einleitung. Widerlegung aller Häresien

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger