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Clemens von Alexandrien († vor 215/16) - Teppiche (Stromateis).
Zweites Buch
II. Kapitel

5.

1. Die barbarische Philosophie also, mit der wir uns beschäftigen, ist in der Tat vollkommen und wahr. Es heißt ja in der "Weisheit": "Denn er selbst hat mir untrügliches Wissen von den Dingen gegeben, so daß ich die Beschaffenheit der Welt kenne", und die folgenden Worte bis: "und die Heilkräfte der Wurzeln."1 Mit diesen Versen hat er die ganze2 Kenntnis der Natur, alles Erschaffenen, das es in der Sinnenwelt gibt, zusammengefaßt.

2.Dann deutet er aber auch auf die geistige Welt hin, indem er so fortfährt: "Alles, was verborgen und offenbar ist, habe ich kennengelernt; denn die Weisheit, die alles kunstvoll schuf, lehrte es mich."3

3. In kurzen Worten hast du hier, was unsere Philosophie zu lehren sich anheischig macht. Das Erlernen dieser Dinge führt aber, wenn es verbunden mit richtigem Wandel geübt wird, durch die Weisheit, die alles kunstvoll schuf, zu dem Lenker des Weltalls empor, einem schwer zu erreichenden und zu erfassenden Ziel, das immer weiter zurückweicht und sich immer weiter von dem entfernt, der ihm nachzukommen sucht.4

4. Der nämlich aber, der weit entfernt ist, der ist ganz nahe herangekommen, ein unaussprechliches Wunder. "Ich bin ein Gott, der nahe ist", sagt der Herr;5 fern ist er nämlich seinem Wesen nach (denn wie könnte das Geschaffene dem Ungeschaffenen nahekommen?), ganz nahe aber seiner Wirkung nach, durch die er das All in sich eingeschlossen hat.6

5. "Kann jemand etwas im Verborgenen tun", heißt es, "und ich sollte ihn nicht sehen?"7 Und in der Tat ist immer gegenwärtig die Macht Gottes, die mit ihrer behütenden, wohltätigen und erzieherischen Kraft stets über uns waltet.

1: Weish 7,17.20.
2: Statt (xxx) ist (xxx) zu lesen.
3: Weish 7,21f.
4: Vgl. Philon, De somn. I 66 f.; Cicero, De deor. nat. I 60.
5: Jer 23,23.
6: Vgl. Philon, De conf. ling 137.
7: Jer 23,24.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger