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Hippolytus von Rom († um 235) - Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)
Buch VIII.

12.

Monoimos, der Araber, hat sich weit von der Ansicht des hochberühmten Dichters entfernt; er hält den Anthropos (Menschen) für das, was der Dichter im Okeanos sieht, wenn er sagt:

„Okeanos, Ursprung der Götter und Ursprung der Menschen“1.

Er verändert diesen Ausspruch und behauptet, der Mensch sei das All, nämlich das Prinzip aller Dinge, ungezeugt, unsterblich, ewig; der Sohn dieses Menschen [S. 231] sei gezeugt, leidensfähig, nicht in der Zeit, ohne Absicht und ohne Voraussicht entstanden. So groß sei die Macht jenes Menschen. Auf Grund dieser Macht sei der Sohn entstanden, schneller als ein Gedanke oder ein Willensakt. Und dies soll in den Schriften 2 gesagt sein: „Er war und wurde.“ Das bedeutet: Es war der Mensch und es wurde der Sohn, wie wenn jemand sagen würde: Es war Feuer und es wurde Licht, ohne Zeitfolge und ungewollt und unvorhergesehen im gleichen Augenblick mit der Existenz des Feuers. Dieser Mensch nun ist eine Monas, nicht zusammengesetzt, nicht getrennt, zusammengesetzt, getrennt, durchaus freundlich, durchaus friedlich, durchaus kriegerisch, durchaus gegen sich selbst feindlich, unähnlich ähnlich, wie eine musikalische Harmonie, die alles in sich faßt, was immer einer sagt oder, ohne daran zu denken, übergeht, alles aufweisend, alles erzeugend. Sie ist Mutter, sie ist Vater, die zwei unsterblichen Namen. Monoimos sagt: Stelle dir beispielshalber das treffendste Bild des vollkommenen Menschen, das Jota, die Eins, den einen Punkt vor, der ein nicht zusammengesetzter einfacher Punkt ist, eine reine Einheit, durchaus nicht zusammengesetzt und doch zusammengesetzt, vielgestaltig, vielgespalten, vielteilig. Jener eine ungeteilte Punkt ist der eine Punkt des Jota, mit vielen Antlitzen und unzähligen Augen und unzähligen Namen, und ist das Bild jenes vollkommenen, unsichtbaren Anthropos.

1: Il. 14, 201.
2: Joh. 1, 1—3?

 

 

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Einleitung. Widerlegung aller Häresien

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger